Samstag, 29. März 2003

Billigflieger leiden nicht unter Irak-Krieg

  • Trotz Krieg: Buchungslage weiter unverändert
  • Größte deutsche Fluglinie Lufthansa hat hingegen Probleme

Die neuen Billigfluggesellschaften in Deutschland leiden offenbar nicht unter dem Irak-Krieg. Nach kurzen Einbrüchen bei den Buchungen in den ersten Tagen des Kriegs seien die Zahlen inzwischen wieder auf dem normalen Niveau angekommen, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den großen deutschen Anbietern. Die größte deutsche Fluglinie Lufthansa hingegen hatte wegen Buchungsrückgängen nach Beginn des Irak-Kriegs sieben weitere Maschinen stillgelegt.

Ein Sprecher der TUI-Tochter Hapag-Lloyd Express (hlx) sagte: "Wir sind bei den Buchungen inzwischen wieder auf dem hohen Niveau der Zeit vor dem Ausbruch des Krieges." Rückschläge seien zurzeit nicht feststellbar. Die Billigflieger profitierten von dem stark steigenden Trend zum Städtetourismus. "Viele Leute sparen derzeit bei der klassischen Pauschalreise und nutzen die Angebote der Low-Cost-Anbieter." Nach wie vor sei bei hlx der Anteil der Geschäftsreisenden mit rund 40 Prozent sehr hoch.

germanwings
Bei germanwings in Köln gibt es ebenfalls keine Auswirkungen durch die Krieg im Irak. "Was wir merken: Die Leute buchen kurzfristiger. Aber wir verzeichnen keine Auswirkungen durch den Irak-Krieg", sagte der Sprecher.

Air Berlin
Auch bei der Fluglinie Air Berlin, die neben dem klassischen Chartergeschäft auch Billigflüge in verschiedene europäische Großstädte anbietet, macht sich der Krieg bisher nur wenig bemerkbar. "Wir hatten am Tag des Kriegsbeginns vorübergehend weniger Buchungen, haben das mittlerweile aber längst wieder aufgeholt", sagte ein Firmensprecher. "Das Billig-Geschäft boomt weiterhin." Air Berlin verdient das meiste Geld mit Flügen zu den spanischen Ferieninseln. Seit einigen Monaten bietet sie aber auch Billig-Verbindungen zu Städten wie Rom, London und Wien an.

Ryanair
Auch bei der größten Billiglinie Europas, der irischen Ryanair, bleiben die Buchungszahlen vom Irak-Konflikt unbeeindruckt. "Wir haben keine negative Beeinträchtigung", sagte eine Sprecherin. Dies betreffe auch die Nachfrage aus Großbritannien.

Lufthansa
Bei der Lufthansa sollen nach einer Entscheidung des Vorstandes vom Dienstag nun insgesamt 55 Maschinen der eigenen Flotte und bei Partnern vorübergehend am Boden bleiben. Die erneuten Kürzungen beträfen den Interkontinentalverkehr vor allem nach Amerika und Asien. Um alle Zielorte weiter anzufliegen, werden Frequenzen verringert und kleinere Jets eingesetzt. Im Sommerflugplan vorgesehene Ausweitungen des Angebots werden ausgesetzt. Seit Jahresbeginn verzeichnet die Lufthansa eine schwächere Auslastung ihrer Jets und Buchungsrückgänge vor allem für die teureren Plätze der Business Class. Im Jänner und Februar stieg die Zahl der Passagiere zwar um 10,5 Prozent auf insgesamt 6,7 Millionen. Die Auslastung sank aber um 1,2 Punkte auf 69,9 Prozent.

29.3.2003 13:35