Euro-Blüten: Öfter kleinen Geschäften "untergejubelt"
- Experten: Heuer 7.000 Sicherstellungen gefälscher Banknoten
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Experten des Innenministeriums warnen jetzt vor einem neuen Trend: Euro-Blüten werden in jüngster Zeit immer öfter kleinen Geschäften, Trafiken oder Tankstellen "untergejubelt". Die Täter wählen dabei ganz gezielt jene Tageszeiten, in denen in diesen Läden die meiste Hektik herrscht oder die Beschäftigten schon müde und daher nicht mehr so aufmerksam sind. Details dazu präsentierten Oberrat Erich Zwettler vom Landeskriminalamt Wien und Josef Kienbauer von der Österreichischen Nationalbank am Montagabend bei einer Diskussion des "Kuratoriums Sicheres Österreich" in der Linzer Polizeidirektion.
Im Jahr 2002 wurden österreichweit rund 3.400 gefälschte Euroscheine, die im Umlauf waren, sichergestellt. Wobei sich zeigte, dass die Kriminellen eine gewisse "Anlaufzeit" nach der Einführung des Euro benötigten - ab der Jahresmitte stieg die Zahl der im Umlauf befindlichen "Blüten" deutlich an. Auf Grund dieser Entwicklung rechnet man im Innenministerium damit, dass heuer in Österreich etwa 7.000 "Euro-Blüten" im Umlauf sichergestellt werden dürften, wobei es noch eine erhebliche Dunkelziffer gibt. Nicht enthalten sind in dieser Zahl mögliche Aufgriffe bei Fälschern, die ihre Scheine noch nicht ausgeben konnten.
Wobei die Täter heute offensichtlich einen Bogen um Banken machen, weil sie dort Gefahr laufen, mit ihren "Blüten" aufzufliegen. Daher wird versucht, die falschen Scheine - vor allem sind es 50er und in zweiter Linie 100er - im Einzelhandel an den Mann oder die Frau zu bringen. Zwar gebe es immer auch Falsifikate, die in den großen Einkaufszentren auftauchen, aber hier sind die Kassierinnen bereits so geschult, dass sie auch im Trubel eine "Blüte" erkennen, unter Umständen schon beim Angreifen, berichteten die Experten.
Daher weichen die Kriminellen jetzt auf Trafiken, Bäckereien oder andere Einzelhandelsgeschäfte aus. "Häufig wird als Tatzeitpunkt der Morgen gewählt, wo in einer Trafik oder beim Bäcker viel los ist", berichtete Euro-Fahnder Zwettler, "oder kurz vor Geschäftsschluss, wenn die Angestellten schon müde oder mit den Gedanken bereits im Feierabend sind". Gerne von Fälschern "besucht" werden auch Tankstellen.
Bei der Diskussion berichtete eine Linzer Geschäftsfrau von einem typischen Fall. Ein junger Mann kam in den Laden, suchte sich innerhalb weniger Minuten eine Uhr um 6.000 Euro aus und legte ein Paket 50-Euro-Scheine auf den Tisch. Als die Geschäftsfrau fragte: "Das ist doch nicht Ihr Ernst ?", raffte der Mann die Scheine zusammen und flüchtete, "die Uhr blieb zum Glück bei mir", so die Geschäftsfrau.
Und noch eine interessante Entwicklung gibt es: In der Euro-Anfangszeit tauchten viele "Blüten" in Discos auf, die Täter glaubten, im Halbdunkel die Scheine loswerden zu können. "Es stellte sich aber heraus, dass es in den Discos so viel UV-Licht gibt, dadurch fallen die Fälschungen rasch auf", so Zwettler. Und Bank-Experte Kienbauer riet bei der Diskussion den Geschäftsleuten: "Trainieren Sie im eigenen Interesse das Erkennen der Sicherheitsmerkmale bei den Euro-Scheinen !"
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