Freitag, 28. März 2003

"Engländer" Macho auf Suche nach neuem Arbeitgeber

  • Torhüter will wieder spielen und ins ÖFB-Team
  • DISKUSSION: Wir es unsere Elf so gegen Tschechien schaffen?

Im Herbst hatte er gegen Norwegen (0:1) sein Teamdebüt gegeben und Anfang März war er auch noch im Teamcamp in Florenz mit von der ÖFB-Partie. Doch nun ist es um Jürgen Macho still geworden. Verständlich, denn der Torhüter saß zuletzt am 1. März (auswärts 0:1 Fulham) auf der Ersatzbank des englischen Premier-League-Klubs FC Sunderland und wird bis Saisonende wohl auch nicht mehr so schnell zum Einsatz kommen. Sein Berater Frank Schreier befindet sich daher bereits auf intensiver Suche nach einem neuen Arbeitgeber.

Schreier und sein Mandant haben mit Sunderland Gespräche ohne Ergebnis geführt. "Der Verein meinte, dass Macho sportlich betrachtet mit den anderen drei Teamkeepern gleichwertig sei, sein Vertrag aber als einziger der Torleute im Sommer ausläuft", erzählt Schreier. Macho ist derzeit hinter dem Dänen Thomas Sörensen, dem Norweger Thomas Myhre und dem Esten Mart Poom also nur die Nummer vier des Tabellenletzten. Und an diesem Status dürfte sich trotz des neuen Trainers Mick McCarthy, der erst am 12. März Howard Wilkinson abgelöst und mit dem Macho keine Problem hat, nichts ändern.

"Dass mich Wilkinson nach meinen Einsätzen Anfang des Jahres wieder aus dem Tor genommen hat, war eine meiner bisher größten Enttäuschungen im Fußball. Daran habe ich lange zu knabbern gehabt", erzählt der frühere Vienna-Goalie, der das Reserve-Schicksal mit Kollege Alex Manninger teilt, über sein persönliches Tief. In einem solchen befindet sich auch sein Verein. Nach 31 Runden trennen die Nordengländer auf den vor dem Abstieg rettenden 17. Rang derzeit elf Punkte. "Wir haben noch sieben Spiele, doch es sieht nicht sehr gut aus für uns", meint Macho.

Der Ausweg aus dieser Sackgasse führt für ihn demnach also nur über einen Wechsel. "Ich will unbedingt wieder spielen. Die ganze Woche trainieren und dann am Wochenende nur zuschauen, ist für mich als Ehrgeizler besonders hart", sagt der Wiener, der sich in der "Form wie noch nie" fühlt. In Frage kommt, so Schreier, nur "eine vernünftige Liga und ein vernünftiger Klub, für den Jürgen auch sicher spielt". Der Manager hat schon mehrere Optionen in England (zwei), Deutschland (zwei), Schottland (drei) und Österreich (zwei) ausgelotet.

"Am liebsten hätte ich die deutsche Bundesliga, doch der eine betreffende Verein bangt noch um den Klassenerhalt. Werder Bremen sucht auch zwei Torhüter", sagt der Macho-Berater. Konkret sei noch nichts, nach dem derzeitigen Stand der Dinge ginge die Tendenz aber eher nach Schottland. "Es muss ein Verein sein, wo ich Nummer eins bin und dadurch auch wieder Perspektiven für das Nationalteam habe", betont Macho. Dass Krankl nur Akteure mit Praxis einberuft, dafür hat er Verständnis. "Eine Nominierung ist für mich eine große Auszeichnung. Ich habe viel gelernt und Erfahrungen gesammelt, das möchte ich nun umsetzen und dann geht es wieder aufwärts."

28.3.2003 10:10