Dienstag, 25. März 2003

Otto Rehhagels schwierige Mission: EURO 2004

  • Griechenlands Teamchef: "Müssen wissen, wo das Tor steht"
  • Freude vor Wiedersehen mit Andi Herzog

Die Vereine Panathinaikos, Olympiakos und AEK Athen haben sich längst einen guten Namen im europäischen Fußball gemacht, die Nationalmannschaft von Griechenland hinkt den Erfolgen der Klubs aber weit hinterher. Zuletzt waren die Griechen bei der WM 1994 in den USA bei einem großen Turnier dabei, spielten dort aber nur eine Statistenrolle (0 Punkte, 0:10 Tore). In der Qualifikation für die WM 2002 scheiterten sie kläglich. Mit deutschem Know-how soll es aber aufwärts gehen. Otto Rehhagel hat im August 2001 den Teamchefposten übernommen und soll die Auswahl zur EURO 2004 führen.

Rehhagel steht aber auch schon unter Druck. Nach Niederlagen gegen Spanien (0:2) und die Ukraine (0:2) könnte ein Punkteverlust am nächsten Mittwoch in Nordirland praktisch schon das Ende der Qualifikationsträume bedeuten. "Wir müssen gewinnen. Die Chance ist da. Nordirland ist eine kämpferisch starke Truppe, aber nicht Brasilien", sagt der 64-Jährige, der bei seinem Team den Endzweck oft vernachlässigt glaubt: "Die Leute sind sehr verspielt. Technisch und taktisch sind sie sehr gut, aber sie müssen auch wissen, wo das Tor steht. Das muss besser werden, das ist das Thema." Die Hoffnungen ruhen da vor allem auf Themistoklis Nikolaidis, dem Stürmer von AEK Athen, der in 42 Länderspielen 17 Mal getroffen hat.

Im Länderspiel gegen Österreich will Rehhagel noch einige Aufschlüsse erhalten. "Ich kann den Kader noch einmal überprüfen, lasse Spieler auf einigen Positionen spielen und diverse Varianten üben, zum Beispiel Vierer- und Dreierkette. So wie Krankl will ich noch einiges erkennen", meinte der deutsche Fußball-Lehrer.

Dass ÖFB-Teamchef Hans Krankl nicht seinen Wunschkader zusammen stellen konnte, ist für Rehhagel kein großes Thema ("Jeder, der eingeladen wurde, kann Fußball spielen"). Auf einen Österreicher freut er sich aber besonders: Andreas Herzog. Der Erfolgscoach von Werder Bremen, Bayern München und 1. FC Kaiserslautern gewann mit Herzog 1993 den deutschen Meistertitel und 1994 den DFB-Pokal. Rehhagel: "Wir sind quasi Freunde geworden. Ich habe mit Andi eine wunderbare Zeit verbracht, ich hoffe, dass er zumindest eine Hälfte spielt."

25.3.2003 11:41