Montag, 24. März 2003

ÖFB-Team erst zum zweiten Mal gegen Tschechien

  • Krankl weist als Spieler positive Bilanz gegen Nachbarn auf
  • DISKUSSION: Wird es unsere Elf so gegen Tschechien schaffen?

Ins Länderspiel-Jahr 2002 startete Österreich unter dem neuen Teamchef Hans Krankl in Graz mit einem 2:0 in aller Freundschaft gegen die Slowakei. Es war der erste Vergleich mit dem noch jungen Land. Am Mittwoch im insgesamt 625. Länderspiel der ÖFB-Geschichte wartet nun in der EM-Qualifikation in Prag mit der Tschechischen Republik sozusagen der "zweite Teil" der früheren Tschechoslowakei, deren Trennung am 1. Jänner 1993 erfolgte.

Gegen Tschechien als eigenständiges Land kreuzte Österreich im Fußball schon einmal Mal die Klingen. Die Länderspiel-Premiere mit den traditionell technisch starken Nachbarn aus Böhmen und Mähren ging am 29. Mai 1996 in der Festspielstadt Salzburg über die Bühne. Die Gastgeber siegten durch einen Treffer von Arnold Wetl vier Minuten vor dem Ende 1:0. Von den damals unter Herbert Prohaska eingesetzten 18 Spielern sind Mittwoch mit Markus Schopp und Andreas Herzog noch zwei mit von der Partie.

Negative Bilanz gegen Ex-CSSR
Die frühere Tschechoslowakei weckt nicht nur Erinnerung an einstige Fußball-"Schlachten", sondern sie zählt auch zu jenen 14 Länderspiel-Partnern, gegen die Rot-Weiß-Rot eine negative Bilanz zu Buche stehen hat. In 36 Begegnungen siegte die CSSR bzw. CSFR 17 Mal, bei elf Remis gingen die Österreicher nur acht Mal als Sieger vom Platz (Torverhältnis 69:53 für die Tschechen und Slowaken). Das letzte Länderspiel gegen die Tschechoslowakei ging am 19. August 1992 unter Ernst Happel in Preßburg nach 2:0-Führung für die Gäste durch einen Treffer in der 93. Minute 2:2 aus.

Herzog hat Erfahrung mit Nachbarn
Herzog, der sein Teamdebüt am 6. April 1988 in Griechenland (2:2) gegeben hat, war in Preßburg schon dabei. Der Rapidler hat noch mehrere sportliche Bezüge zur CSSR. Beim 2:4 am 20. September 1988 in Prag durfte "Herzerl" in seinem zweiten Länderspiel erstmals durchspielen, beim 1:2 am 11. April 1989 in Graz erzielte er das Ehrentor, beim 0:1 am 15. Juni 1990 im WM-Spiel in Florenz war er trauriger Verlierer und schließlich durfte er aber auch den 1:0-Sieg am 29. Mai 1996 in Salzburg mitfeiern.

Höchste Heimniederlage
Wenn man sich fußballerisch an Tschechoslowakei und Österreich erinnert, dann verdienen drei Treffen ganz besondere Erwähnung. Mit dem 1:2 am 9. April 1933 in Wien ging die Erfolgsserie unseres legendären Wunderteams zu Ende. Das 5:0 am 19. Juni 1954 in Zürich ist nach wie vor der höchste WM-Endrunden-Sieg einer österreichschen Mannschaft. Das 0:6 am 16. September 1962 im Prater gegen den späteren Vize-Weltmeister, mit dem die Team-Karriere von Gerhard Hanappi endete, ist hingegen die höchste Heimniederlage, sieht man von der "Steinzeit" ab.

Die Tschechen im Rückblick
Unser nördlicher Nachbar hat im Fußball Tradition, wie ein Blick auf die Visitenkarte eindrucksvoll bestätigt. 1960 und 1980 jeweils EM-Dritter, sicherte sich die CSSR 1976 mit Panenka und Co. in Belgrad gegen Deutschland den EM-Titel, den Tschechien 1996 in London im Finale gegen Deutschland nur knapp verpasste. 2000 scheiterte die Tschechen in Belgien und den Niederlanden als Gruppen-Dritter hinter den Oranjes und Weltmeister Frankreich in der EM-Vorrunde.

Drei Mal in einer WM-Endrunde
Für die WM-Endrunde hat man sich allerdings zuletzt drei Mal (1994, 1998, 2002) nicht qualifiziert. In dieser Hinsicht hat Österreich als Frankreich-Teilnehmer vor fünf Jahren die Nase vorne. Was übrigens auch Teamchef Hans Krankl für sich in Anspruch nehmen darf. Als Spieler trat der Wiener gegen die fast immer gute Mischung aus Talenten und Routiniers drei Mal an und blieb dabei unbesiegt: zwei Mal 0:0 (Juni 1975 in Wien und Juni 1977 in Ostrau) und 2:1 (April 1982 in Wien mit zwei Schachner-Toren). Eines ist sicher, auch diesmal wird der einstige Goleador als Torschütze leer ausgehen.

24.3.2003 14:43