"Ehe" Djalminha - Austria doch weiter denkbar
- Trainer Daum: "Bin fantasievoller Mensch"
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Das letzte Wort über die Fußball-"Ehe" zwischen Djalminha und Austria Wien ist doch noch nicht gesprochen. Hatte es vor einer Woche geheißen, der Bundesliga-Spitzenreiter würde die Option auf den Brasilianer nicht wahrnehmen, so stellt sich die Sachlage nun etwas anders dar. "Wir nehmen unser Recht nur zu den bestehenden Konditionen nicht wahr", erklärte der violette Sportdirektor Peter Svetits am Freitag auf einer Pressekonferenz in Wien. Trainer Christoph Daum meinte, er sei ein fantasievoller Mensch, der sich keine Grenzen auferlege.
Ob der 32-jährige Brasilianer über den Sommer hinaus den violetten Dress tragen wird, hänge, so Svetits, von weiteren Verhandlungen ab. "Wir haben keinen Stress, ich muss trachten, was unserem Verein von Nutzen ist", sagt der Statthalter von Magna-Mäzen Frank Stronach. Svetits befindet sich derzeit Mitten in den Planungen für die Zukunft, die spätestens mit dem Ende der Meisterschaft abgeschlossen sein sollen. Djalminha war am 31. August auf Leihbasis vom spanischen Ex-Meister Deportivo La Coruna nach Wien geholt worden.
"Denkpause" verpasst
Daum hatte seinem Regisseur, der einiges schuldig geblieben war, zuletzt eine "Denkpause" verpasst und viele Dauergespräche geführt. "Ich habe mit ihm in lieber Form, in kritischer Form geredet und letztlich habe ich ihn auf die Tribüne gesetzt", erzählt der Trainer, wie er seinen Star wieder auf Touren bringen wollte. "Wir wissen, wozu er in der Lage ist, nun muss er es zeigen, für die Mannschaft permanent arbeiten, den Rhythmus bestimmen, torgefährlich werden, seine Mitspieler ebenso in Torschuss-Position bringen und stets anspielbar sein", nannte Daum, was er von Djalma erwartet.
"Djalminha gehört zur Austria-Familie"
Dass die Austria zuletzt in Bregenz ohne Djalminha gewonnen hat, bezeichnet der Austria-Coach als "blöden Zufall". "Der Brasilianer ist Teil unserer Mannschaft und gehört zur Austria-Familie", hält Daum trotz aller Kritik seinem Star ("Er kann uns in jedem Spiel viel bringen") die Stange. Am Samstag im Horr-Stadion gegen Schlusslicht Admira Wacker Mödling kann es der Ballzauberer seinen Feldherrn nicht beweisen. Weil der Mittelfeldspieler wegen einer alten Knorpelverletzung im Bereich der Kniescheibe vom Klubarzt bis Sonntag Abend Trainingsverbot bekam.
Im Cup wieder dabei?
"Es ist nichts Dramatisches oder Gravierendes, ich gehe davon aus, dass Djalma am Montag wieder ins Training einsteigt", hofft der Deutsche, dass der Südamerikaner am Dienstag im Cup-Viertelfinale daheim gegen Sturm Graz zur Verfügung steht. Gegen die Admira fehlt mit dem gesperrten Janocko noch ein zweiter kreativer Austrianer. Die Plätze des Duos könnten M. Wagner, Kahraman und Kvisvik übernehmen. "Mindestens sieben Mann müssen permanent auf Angriff eingestellt sein", so Daum, der in den jüngsten drei Spielen drei verschiedene Systeme angewandt und 19 Spieler "verwendet" hat.
Ziegler geht, Didulica kommt
Australia for Austria! Als Ersatz für den im Sommer scheidenden Marc Ziegler hat Austria Wien den Australier Joey Didulica verpflichtet. Der "Aussie" erhält einen bis Sommer 2006 gültigen Vertrag mit einer Option für zwei weitere Saisonen. Didulica hatte zuletzt für Ajax Amsterdam gespielt, war aber dort nicht mehr erste Wahl, weil er einem neuen Kontrakt zu geänderten Konditionen angeblich abgelehnt hat.
"Aussie" kostenlos frei
"Der 25-Jährige war kostenlos frei", so Austria-Sportdirektor Peter Svetits. Ziegler hatte wiederholt seinen Abschied angekündigt. Der Deutsche, der hinter ÖFB-Teamgoalie Thomas Mandl nur Austrias Nummer zwei und daher unzufrieden ist, war mit dem früheren FC Tirol Meister geworden und dann von Innsbruck nach Wien-Favoriten übersiedelt.
