Nach Rapid-Sieg über Sturm vorerst Ruhe eingekehrt
- Hickersberger: "Das Wichtigste ist das Ergebnis"
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UMFRAGE: Wessen Stuhl ist am unsichersten?
Nach scharfer Kritik an dürftigen spielerischen Leistungen sowie Diskussionen um das mögliche Abspringen von Sponsoren ist beim österreichischen Fußball-Rekordmeister Rapid Wien am Sonntag mit dem 1:0-Heimsieg über Sturm Graz zumindest vorläufig wieder Ruhe eingekehrt. Die Hütteldorfer reduzierten dank des ersten Erfolges im Frühjahr den Rückstand auf Rang drei auf drei Punkte und dürfen sogar wieder mit Platz zwei (sieben Punkte hinter SV Pasching) liebäugeln, der zur Champions-League-Qualifikation berechtigen.
"Das Wichtigste ist das Ergebnis, denn wir waren zuletzt in einer heiklen Situation", gestand Trainer Josef Hickersberger, dessen Mannschaft den Vorsprung in der zweiten Hälfte mit viel Kampf, aber auch Glück verteidigte. Schönfärberei wollte der frühere ÖFB-Teamchef aber nach dem Sieg über die Grazer nicht betreiben. "Wir haben nicht die Balance gefunden zwischen Ergebnis halten und dem Risiko, auf ein zweites Tor zu spielen. Dann sind wir unter Druck gekommen", gab Hickersberger zu.
Edlinger hofft auf internationalen Bewerb
Auch der Jubel seines Präsidenten fiel verhalten aus. "Das Schönste am Spiel war das Resultat", erklärte Rapid-Boss Rudolf Edlinger und hofft auf die Qualifikation für einen internationalen Bewerb. "Ein bisschen Glück hätte ich auch gerne für Rapid, und dann könnte es klappen", meinte der ehemalige Finanzminister.
Edlingers Amtskollege bei Sturm, Hannes Kartnig, sparte wie gewohnt nach Niederlagen nicht mit Kritik. "Heute haben wir wieder gezeigt, womit wir nicht gewinnen können. Rapid war aber auch nicht gut", erklärte Kartnig, der den derzeitigen österreichischen Fußball generell als "schlecht" bezeichnete und Trainer Franco Fodas Aufstellungspolitik bemängelte.
Der Deutsche hingegen sah trotz der Niederlagen Fortschritte seiner Mannschaft. "Spielerisch war das unsere beste Partie im Frühjahr. Unsere Probleme sind individuelle Fehler, woraus zum Beispiel das Gegentor entstanden ist, und die mangelnde Chancenauswertung", sagte Foda, dessen Team im Hanappi-Stadion bereits seit über fünf Jahren (3:1 am 10. März 1998) einem Sieg hinterherläuft. Dazwischen liegen allerdings zwei Siege über Grün-Weiß im Happel-Stadion (3:2 am 6.5.2000 und 2:1 am 22.9.2002).
Kartnig will Vastic zurückholen
Obwohl in der laufenden Meisterschaft noch zehn Runden auf dem Programm stehen, hat Kartnig schon seinen Hoffnungsträger für die Zukunft auserkoren. Nach eigenen Angaben hat der Sturm-Boss vor einigen Tagen seinem Ex-Starkicker Ivica Vastic über eine Rückkehr nach Graz gesprochen, der frühere ÖFB-Teamspieler erbat sich Bedenkzeit bis Mitte April. "Vastic war das Herz, jetzt krebsen wir auf dem vierten Rang herum. Wenn er nach Österreich kommt, dann zu Sturm."
Kuriosum am Rande: Rapid-Kapitän Andi Herzog sah im Finish zu Unrecht für ein Foul Gelb, das Roman Kienast begangen hatte, und ist damit im kommenden Spiel in Salzburg gesperrt. Proteste der Hütteldorfer sind allerdings nicht zu erwarten. "Jetzt muss ich wenigstens nicht auf dem Kunstrasen spielen", meinte der ÖFB-Teamkapitän.
