Schalke zieht mit Neubarth-Entlassung die Reißleine
- Marc Wilmots folgt als Teamchef bis Saisonende
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Trainer glauben an Bayern-Solo
Deutschlands Fußball-Pokalsieger FC Schalke 04 zog am Mittwoch mit der Entlassung von Trainer Frank Neubarth die Reißleine. Mit dem jungen und unverbrauchten Coach wollten die Königsblauen die Erfolgsstory der vergangenen Jahre fortsetzen, doch nach nur 269 Tagen wurde der 40-jährige Ex-Bremer und Nachfolger von Huub Stevens gefeuert und durch Marc Wilmots ersetzt. Der Belgier wurde als Interims-Teamchef bis zum Saisonende eingesetzt. Bei Bayer Leverkusen wurde Jürgen Kohler zum neuen Sportdirektor berufen.
Der bei den Fans seit 1997 (UEFA-Cup-Sieg) als "Kampfschwein Willi" verehrte Europacup-Held wollte seine Spieler-Karriere nach vielen Verletzungen ohnehin zum Saisonschluss beenden und wird die Mannschaft nun gemeinsam mit Ersatztorhüter Oliver Reck betreuen. Assauer hatte Wilmots sogar einen Kontrakt bis 2004 angeboten, den der belgische Nationalspieler aber ablehnte, weil er im Sommer in der Heimat eine Karriere in der Politik anstrebt.
Gestörtes Verhältnis zu den Spielern
In der Elf, die zuletzt offenbar kein ungestörtes Verhältnis zum Coach hatte, stieß die Entscheidung nicht nur auf Zustimmung, sondern wurde offenbar mit initiiert. "Es ist richtig", sagte Kapitän Tomasz Waldoch. "Wir wollen Erfolg haben. Natürlich haben auch die Spieler Fehler gemacht. Aber der Trainer trägt die Verantwortung. So ist das Geschäft." Welcher Coach von der neuen Saison an Schalke trainieren wird, ist noch unklar. Als Kandidaten gelten der in Leverkusen entlassene Klaus Toppmöller und der bei Borussia Mönchengladbach zurückgetretene Hans Meyer, den Assauer besonders schätzt.
"Zu emotionslos"
Zum "Verhängnis" wurde Neubarth nicht zuletzt seine betont ruhige Art. Von den Medien wurde er dafür als "zu emotionslos" gescholten. Sein Stuhl begann gefährlich zu wackeln, als bekannt wurde, dass Torhüter Frank Rost den Coach vor Wochen in einer Mannschaftssitzung scharf attackierte: "Seit du da bist, macht mir Fußball keinen Spaß mehr", giftete Rost gegen den ehemaligen Mitspieler beim SV Werder. Der Weg für die sechste vorzeitigen Trennung in der laufenden Saison und die 269. in der Bundesliga-Geschichte war vorgezeichnet. Mit Neubarth musste auch Co-Trainer Norbert Elgert seinen Stuhl räumen.
Kohler wird Bayer-Sportdirektor
Die Berufung von Jürgen Kohler zum neuen Sportdirektor des vom Abstieg bedrohten Bundesligisten Bayer Leverkusen wurde noch am Mittwoch vollzogen. Wie der Verein bestätigte, erhält der frühere Abwehrspieler einen Fünf-Jahres-Vertrag. "Ich freue mich auf meine neue Aufgabe. Der Verein ist erstklassig geführt und die Mannschaft hat ein großes Entwicklungspotenzial", meinte Kohler.
Der Ex-DFB-Teamspieler war seit 1. Juli 2002 als Trainer der deutschen Unter 21-Auswahl verantwortlich und hatte noch einen gültigen Kontrakt mit dem DFB bis 2007. Kohler wird seinen neuen Job bereits am kommenden Montag antreten.
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