Daviscup: Österreich vs. Finnland nach Tag eins 1:1
- Stefan Koubek vs. Tuomas Ketola 7:5,4:6,7:6 (3),6:1
- Jürgen Melzer - Jarkko Nieminen 6:7 (5),6:4,4:6,6:4,4:6
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Der Daviscup-Länderkampf Österreich-Finnland steht nach dem ersten Tag wie erwartet 1:1. Die beiden jeweiligen Topspieler setzten sich am Freitag in diesem Zweitrundentreffen der Europa-Afrika-Zone I in St. Anton durch, allerdings mit großer Mühe. Stefan Koubek hatte die Gastgeber mit einem 7:5,4:6,7:6(3),6:1-Sieg nach 2:50 Stunden und einer schwachen spielerischen Leistung gegen Tuomas Ketola in Führung gebracht. Danach lieferten Jürgen Melzer und Jarkko Nieminen einander einen Fünf-Satz-Thriller. Obwohl sich der 21-jährige Niederösterreicher tapfer wehrte und sein bestes Tennis auspackte, musste er sich nach 3:09 Stunden mit 6:7(5),6:4,4:6,6:4,4:6 beugen.
Melzer bot in seinem ersten Fünfsatz-Match im Daviscup gegen die Nummer 32 der Welt eine ausgezeichnete Leistung, die letztlich leider unbelohnt blieb. Der Deutsch Wagramer musste im fünften Satz seiner Verkühlung aus der Vorwoche Tribut zollen und kämpfte mit Krämpfen. "Es ist schade, dass ich nicht fünf Sätze hab' durchspielen können. Ich hätte mein Leben auf dem Platz gelassen. Aber ich kann mir nichts vorwerfen, habe eine Super-Partie gespielt", meinte Melzer, der aber nicht nur in den Krämpfen die Ursachen für die Niederlage suchte. "Im ersten Satz ist das Tie-Break ein bisserl blöd gelaufen", sagte Melzer, der da auch Unterstützung von Daviscup-Kapitän Günter Bresnik bekam. "Es gab im Tie-Break zwei unglückliche Entscheidungen gegen ihn, dann beging er einen Doppelfehler, den muss er sich selbst auf den Kopf heften", so der Wiener.
Koubek hatte zuvor mit dem in der Weltrangliste 123 Plätze hinter ihm liegenden Ketola viel mehr Mühe als ihm lieb war. Fast drei Stunden benötigte der Kärntner, ehe er den "Pflichtpunkt" für das ÖTV-Team geholt hatte. "Die Matches, die man gewinnen muss, sind die schwersten. Ich war überhaupt nicht locker, sehr nervös und habe viele dumme Fehler gemacht", sparte Koubek nicht mit Selbstkritik. Der Villacher spielte weit unter seinem Niveau und litt unter dem Druck des Siegen-Müssens. "Ich habe schon lange nicht mehr so einen Druck gehabt, selbst im Finale von Doha war der Druck nicht so groß", erklärte Stefan. Denn Erfolge von Koubek und Melzer über den zweiten finnischen Einzelspieler sind die Voraussetzung für den möglichen Aufstieg in die Weltgruppen-Relegationsrunde im Herbst.
Koubek schon in Satz eins in Bedrängnis
Schon im ersten Satz geriet Koubek nach zwei Breaks für Ketola überraschend mit 2:5 in Rückstand, doch er drehte diesen noch um. "Es war Glück, dass ich den ersten Satz noch gewonnen habe und im Nachhinein gesehen auch sehr wichtig", gab Koubek zu. Ketola gewann in der Folge nicht unverdient Satz zwei. Bei 0:1 im dritten ließ Koubek seinen ganzen Frust heraus, nachdem er zwei Breakbälle nicht genützt hatte: Der Kärntner knallte seinen Schläger vier Mal in Folge auf den Boden und erhielt dafür eine Verwarnung. "Ich hatte nach dem verlorenen zweiten Satz eine ziemliche Wut im Bauch, die hat heraus müssen", erklärte Koubek, der danach wirklich besser spielte.
Das Match verlief im dritten Satz ausgeglichen, erst im Tiebreak fiel die Entscheidung zu Gunsten Koubeks. Mit einem Break gleich zu Beginn des vierten Durchgangs stellte der Kärntner die Weichen zum wenig glorreichen Sieg. Bei 4:1 für Koubek ließ sich der Finne an der linken Schulter behandeln und war im Finish doch schon recht müde. "Das könnte für das Doppel am Samstag eine wichtige Rolle spielen", konstatierte Daviscup-Kapitän Günter Bresnik, der es zumindest "bewundernswert" fand, dass sich Koubek trotz der schlechten Form so herausgewürgt hat.
Lob für Melzer
Ähnliches Lob hatte er trotz der Niederlage für Melzer übrig. "Er kann stolz auf sich sein, auch wenn er verloren hat. Er hat seine Aufstellung mehr als gerechtfertigt." Apropos Aufstellung: Während das ÖTV-Team aller Voraussicht nach mit Julian Knowle und Alex Peya einlaufen wird, und daher über zwei "frische" Spieler verfügt, müssen die Finnen zumindest einen der beiden Einzelspieler aufbieten. Bresnik erwartet Nieminen und Ketola. "Wenn der Julian seine gewohnte Form bringt, würde ich mich freuen, wenn einmal das Doppel der für uns entscheidende Faktor wäre."
Österreich - Finnland 1:1
Freitag:
Stefan Koubek - Tuomas Ketola 7:5,4:6,7:6 (3),6:1
Jürgen Melzer - Jarkko Nieminen 6:7 (5),6:4,4:6,6:4,4:6
Samstag (14.00):
Julian Knowle/Alex Peya - Ketola/Nieminen
Sonntag (13.00):
Koubek - Nieminen
Melzer - Ketola
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