Sechster Key-Biscayne-Titel für Andre Agassi
- Agassi hat in der "Familien-Hierarchie" Steffi Graf übertrumpft
- Williams trotz 42 unerzwungener Fehler zum Miami-Sieg
Andre Agassi hat in der "Familien-Hierarchie" Steffi Graf übertrumpft. Der 32-jährige US-Amerikaner gewann am Sonntag durch ein 6:3,6:3 gegen Carlos Moya (ESP-5) seinen sechsten Titel bei den Players Championships auf Key Biscayne und hat damit einen mehr als seine deutsche Ehefrau. Bei den Damen setzte sich Serena Williams gegen Jennifer Capriati im Endspiel durch.
Moya blieb im Endspie ebenso chancenlos wie am Vortag French Open-Sieger Albert Costa. "Ich habe in diesen Tagen beinahe optimal gespielt", freute sich der US-Star, dessen eindrucksvolle Saisonbilanz nun bei 18:1-Siegen steht. Neben den Turniersiegen beim Australian Open, in San Jose und nun Key Biscayne fällt heuer nur die Niederlage in Scottsdale (gegen den Schweden Thomas Enqvist) aus dem Rahmen.
Agassi liebt Key Biscayne
Das Turnier vor den Toren Miamis ist Agassis absolutes Lieblingsturnier: Er hat wohl kein anderes so häufig bestritten (17-mal!) und kein anderes so oft gewonnen. In Washington und San Jose hat er je fünf Mal triumphiert. "Es ist eines der besten Turniere auf der Tour, und ich liebe es ganz einfach, hier zu spielen", sagte Agassi in der Siegeransprache nach seinem 16. Masters-Series-Titel, womit er dieses Ranking vor Pete Sampras (11) und Thomas Muster (8) anführt.
In der ewiger Bestenliste auf Rang 7
Mit seinem 57. Turniersieg, für den er 500.000 Dollar kassierte, rückt er in der ewigen Bestenliste zu Ilie Nastase auf Platz sieben auf. Wenn er so weiter spielt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis er auch Björn Borg und Guillermo Vilas (je 62) sowie den seit langem pausierenden Pete Sampras (64) ein- und überholt. Außer Reichweite ist wohl nur das Spitzentrio Jimmy Connors 109), Ivan Lendl (94) und John McEnroe (77).
Steffi brachte es auf 107 Titel
Auf die Frage, was es ihm bedeute, nun in der Key Biscayne-Rangliste vor seiner Herzdame zu liegen, antwortete der achtfache Major-Champion nicht ohne Stolz: "Das ist wohl etwas vom Schwierigsten, was es überhaupt gibt." Die übrigen Graf-Rekorde sind aber für Agassi außer Reichweite, hat doch die Deutsche ihre Karriere erst nach 107 Titeln und 22 Grand-Slam-Erfolgen beendet.
Serena mit Selbstvertrauen zum Sieg
Das Selbstvertrauen der Serena Williams kommt nicht von ungefähr. Zwar musste die Weltranglisten-Erste im Endspiel in Miami den ersten Satz abgeben, doch letztlich feierte die US-Amerikanerin gegen ihre Landsfrau Jennifer Capriati noch einen relativ sicheren 4:6,6:4,6:1-Erfolg. Williams sicherte sich damit einen Siegerscheck in Höhe von 393.000 Dollar (366.263 Euro). Geburtstagskind Capriati, die am Samstag 27 Jahre alt wurde, durfte sich mit 206.000 Dollar trösten.
"Oh, my god"
"Ich habe großartig begonnen, ohne Fehler zu machen. Plötzlich riss aber der Spielfaden. Ich weiß nicht, warum. Ich versuchte alles, doch so wie ich meinen Rhythmus verlor, kam Serena in ihren Rhythmus hinein", befand Capriati nach dem 2:04 Stunden währenden Duell vor den Augen des am Samstag inthronisierten WTA-Chefs Larry Scott. Ihre sechs Jahre jüngere Gegnerin leistete sich nicht weniger als 42 unerzwungene Fehler, was Williams - bei der Pressekonferenz darüber informiert - mit einem "Oh, my god" kommentierte.
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