Bayern-Manager Uli Hoeneß droht DFL mit Gericht
- "Was wir mit Geld machen, geht EU einen Mist an"
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Rekordmeister Bayern München droht der Deutschen Fußball-Liga (DFL) bei einer Strafe in der Kirch-Affäre mit dem Gang vor das Gericht. "Wenn die DFL uns bestrafen will, werden wir den Instanzenweg gehen, und der letzte Schritt ist das ordentliche Gericht", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß der Tageszeitung "Die Welt" (Montag-Ausgabe). Hoeneß rechnet in dieser Woche mit einer Entscheidung seitens der DFL.
Der 51-Jährige räumte erstmals ein, dass es im Vertrag auch um die zentrale Vermarktung gegangen sei. "Selbstverständlich haben wir uns vertraglich verpflichtet, uns weiterhin für die zentrale Vermarktung einzusetzen", erklärte er. "Es ist doch klar, dass ein Partner uns nicht Geld gibt, damit wir gegen ihn arbeiten. Dass du deinem Vertragspartner gewisse Zugeständnisse machst in deinem Verhalten, ist doch normal."
Für Hoeneß war die Abstimmung über die zentrale Vermarktung der TV-Rechte nicht problematisch. "Tatsache ist, dass wir fünf oder sechs Wochen, bevor wir den Vertrag unterschrieben haben, in der Sitzung der Liga für die zentrale Vermarktung gestimmt haben", sagte der Manager. Dies sei nicht unter Druck der Kirch-Gruppe geschehen, sondern deshalb, weil der Verteilungsschlüssel in der Liga geändert worden sei. "Wir hatten den Vertrag doch gar nicht unterschrieben. Es hätte doch sein können, wir stimmen dafür, und Kirch macht den Vertrag nicht." Man hätte das Geld nicht bekommen, dass man dafür gestimmt habe.
Dass die Europäische Union (EU) das derzeitige Verteilungs-Modell kippen könnte, beunruhigt Hoeneß nicht. "Die dezentrale Vermarktung wäre ja für Bayern kein Nachteil", sagte der Manager. Unabhängig von der EU würde man sich "selbstverständlich" weiter solidarisch erklären. "Was wir mit unserem Geld machen, geht die EU einen Mist an. Ich kann mein Geld verteilen, wie ich will", findet Hoeneß. "Es nützt uns nichts, immer weiter so vorne weg zu marschieren wie jetzt, und die anderen Vereine können nicht mehr mithalten." Bei fehlendem sportlichen Wettbewerb kämen die Leute nicht mehr ins Stadion.
Im Sportmagazin "kicker" (Montag-Ausgabe) verteidigte Hoeneß zudem die angebliche "Geheimhaltungsverpflichtung", die nach Informationen des "Spiegel" über die Laufzeit des im Zuge der Kirch-Insolvenz Ende des vergangenen Jahre aufgehobenen Kontrakts hinaus gelten solle. "Glauben Sie, solche Verträge bekommt der Hausmeister bei Kirch", fragt der Manager.
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