Hunderttausend Kriegsgegner weltweit auf den Straßen
- Größte Demonstration in Indonesien
- In Kanada und USA aber auch Kundgebungen für den Krieg
·Unfall-Tote
3 US-Soldaten ster- ben bei Heli-Crash!
·Sieben Tote
US-Kampfjet & Helikopter zerstört
·Infografik
Saddams Republi- kanische Garden
·Irak-BILDER
170.000 Kunst-werke sind verloren
·Guerrilla-Krieg
Verwirrspiel in der irakischen Wüste
·Opfer & Chaos
Bilder aus dem zerstörten Viertel
Hundertausende Menschen haben am Wochenende gegen den Krieg im Irak demonstriert. Proteste gab es auf allen Kontinenten der Erde. Die größte Kundgebung fand in Indonesien statt, wo laut Beobachter mehr als 100.000 Menschen gegen den Krieg auf die Straßen gingen. In Kanada und den USA gab es Demonstrationen für den Krieg. Die Proteste waren meist friedlich. Nur in Deutschland und der Türkei nahmen Polizeibeamte Kriegsgegner fest. In Wien kam es am Samstagnachmittag zu einer Kundgebung, die auch vor die US-Botschaft führte und an der nach Angaben der Polizei rund 150 Menschen teilnahmen.
Mit Rufen wie "Amerika Imperialist - Nummer eins Terrorist!" zog eine gewaltige Menschenmenge am Sonntag im indonesischen Jakarta vor die US-amerikanische Botschaft. An der größten Demonstration in der Geschichte des Landes beteiligten sich nach Angaben von Beobachtern 100.000 bis zu 300.000 Menschen. Der Protestmarsch der meist in traditionell muslimische Gewänder gekleideten Demonstranten verlief friedlich. Parlamentspräsident Amien Rais rief bei der Abschluss-Kundgebung: "(US-Präsident George W.) Bush ist der eigentliche Schuft und Terrorist."
USA und Kanada
In den USA demonstrierten bereits am Samstag tausende Menschen für und gegen den Krieg im Irak. In Boston im US-Bundesstaat Massachusetts beteiligten sich laut Polizei-Angaben 25.000 Demonstranten an einer Anti-Kriegs-Kundgebung, die mit einem "Die-in" endete. Im US-Staat Pennsylvania versammelten sich 12.000 Kriegsbefürworter und besetzten die Stufen des Kapitols in Harrisburg. Auch in Kanada bekundeten rund tausend Menschen ihre Unterstützung für die USA. Rund 4.000 Demonstranten versammelten sich am Samstag vor dem Parlament in Ottawa und protestierten gegen die Politik von Ministerpräsident Jean Chretien, der den Krieg ohne UNO-Mandat ablehnt.
Italien und Südkorea
Proteste gegen die Regierung gab es auch in Italien und Südkorea. Demonstranten prangerten in Sprechchören die Unterstützung der rechtsgerichteten Regierung von Silvio Berlusconi für den Krieg an. Nach amtlichen Angaben sind in Italien rund 90.000 Menschen gegen den Irak-Krieg auf die Straße gegangen. Die Polizei von Seoul zählte 30.000 Kriegsgegner, die auch gegen die Entscheidung der südkoreanischen Regierung protestierten, sich mit Sanitäts- und Instandhaltungseinheiten am Vormarsch der Alliierten im Irak zu beteiligen.
Deutschland
In Berlin trugen Demonstranten Plakate mit Aufschriften wie "Kanzler, sperr' den Luftraum" und "Stoppt Amerikas Terror". Etwa 50.000 Menschen beteiligten sind am Samstag an der Demonstration in der deutschen Hauptstadt. Zwischen Münster und Osnabrück bildeten rund 30.000 Menschen eine 50 Kilometer lange Menschenkette. Rund um das Oberkommando der US-Streitkräfte in Europa (EUCOM) in Stuttgart schlossen rund 6.000 Kriegsgegner eine fünf Kilometer lange Kette. Zeitgleich versammelten sich an der Frankfurter Airbase der US-Luftwaffe rund 2.000 Demonstranten; dort war eine 24-stündige Sitzblockade geplant. Die Polizei nahm bei der Räumung der Blockade 120 Kriegsgegner vorübergehend fest.
Türkei
Festnahmen gab es auch in der Türkei bei Anti-Kriegs-Demonstrationen in Istanbul am Samstag. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Tränengas ein. In Frankreich wurde die Demonstration in Paris zur Plattform für Antisemiten. So wurden Fahnen mit Davidsternen und Hakenkreuzen und vereinzelt Porträts des irakischen Staatschef Saddam Hussein gezeigt.
Libanon
In der libanesischen Hauptstadt Beirut drohte sich am Samstag ein Mann aus Protest gegen die Angriffe auf den Irak in einer Bank in die Luft zu sprengen. Nachdem er eine Erklärung verlesen durfte, in der er zu Angriffen gegen britische Einrichtungen aufrief, gab er auf. In der ägyptischen Hauptstadt Kairo versammelten sich 50.000 bis 80.000 Menschen nach den traditionellen Freitagsgebeten. Auch in Jordanien, Bahrain, Dubai, Sri Lanka und im Gaza-Streifen wurde demonstriert.
Schweiz
In der Schweiz demonstrierten mehrere tausend Menschen. Unbekannte hatten am Samstag in Zürich einen Turm des Grossmünsters besetzt. Im griechischen Athen, wo etwa 15.000 Kriegsgegner auf den Beinen waren, wurde im Zentrum stehende Statue des ehemaligen amerikanischen Präsidenten Harry Truman als Paket verpackt und darauf "Return to Sender" ("Zurück an den Absender") geschrieben. Die Statue hatte der griechische Staat in den 60er Jahren als Dank für dessen Beitrag für den Wiederaufbau des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg aufgestellt.
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