Freitag, 28. März 2003

Bagdad-Verteidigung mit blutigem Straßenkampf

  • Informationsminister: "Der Irak wird diesen Krieg gewinnen"
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Der irakische Verteidigungsminister General Sultan Hashim Ahmed räumt zwar ein, dass er den Feind auf freiem Feld nicht dauerhaft aufhalten kann. Den Invasoren aus den USA und Großbritannien droht der Militärchef eine Woche nach Kriegsbeginn aber einen blutigen Straßenkampf zur Verteidigung der irakischen Hauptstadt an.

"Bagdad wird uneinnehmbar für den Feind sein", warnt der Minister. Möglichst hohe Verluste müssten den Angreifern zugefügt werden. "Unsere Politik ist es, den Feind bis zum Ende und überall zu bekämpfen", sagte er. Und: "Wenn die Schlacht nicht binnen zehn Tagen entschieden wird, kann sie in zwei Monaten entschieden werden." Den Elitetruppen der Republikanischen Garde soll dabei eine besondere Rolle zukommen. Es sind auch reguläre Truppen der Armee und Milizen der regierenden arabisch-sozialistischen Baath-Partei im Einsatz. Im Hinterland kämpfen Beduinenstämme. Zudem kann die Regierung auf fanatische Freiwillige aus anderen Ländern zählen, die dem offiziellen Ruf Bagdads um Hilfe folgen.

An einer Sammelstelle in einem Hotel werden die Kämpfer - überwiegend junge Männer aus arabischen Staaten - in Gruppen zusammengefasst. Einige tragen lange Bärte und eine Mischung aus Uniformteilen und Alltagskleidung. Auch ein in Deutschland aufgewachsender junger Mann hat sich dem Kampf schon angeschlossen. Er sei in den Irak gereist, um sich den USA entgegenzustellen, wie er sagte. Mit Angriffen auf das staatliche Fernsehen und das Telekommunikationsnetz versuchen die USA, dem Regime in Bagdad die Instrumente zur Propaganda und zur Steuerung der Truppen aus der Hand zu schlagen. Während das Staatsfernsehen weiter sendet, sind das Telefonnetz im Inland und auch die Internetverbindungen inzwischen weitgehend beschädigt. Am Freitag wurden Journalisten drei bei den Angriffen schwer beschädigte Kommunikationszentralen in der irakischen Hauptstadt gezeigt.

Überall in Bagdad, vor allem aber im Regierungsviertel, haben sich uniformierte Truppen eingegraben. Doch aus diesen Stellungen allein wird Bagdad wohl nicht verteidigt werden, wenn die Truppen wie in den Gefechten der vergangenen Tage um kleinere Städte agieren. Auch in Zivilkleidung und aus den Reihen der Bevölkerung heraus können Partisanenangriffe geführt werden. Zudem hofft die irakische Regierung, dass den amerikanisch-britischen Truppen der ungesicherte, lange Nachschub aus Kuwait zum Verhängnis wird.

"Das bedeutet dass der Versorgungsweg 590 Kilometer lang ist, was es uns leichter macht, zu gewinnen", meint der irakische Informationsminister Mohammed Sajjid el Sahhaf. Erst nur zögerlich, nach den ersten Kriegstagen aber mit zunehmendem Schwung, vertreten die Regierungsleute in Bagdad ihre Idee von einer Abwehr der Supermacht USA. Der Minister sagt: "Ja, der Irak wird diesen Krieg gewinnen und letztlich werden wir volle Kontrolle (über das Land) haben."

28.3.2003 17:38