Iraker schenken hungernden US-Soldaten Nahrung
- Militärarzt warnt Soldaten: Nahrung könnte vergiftet sein
- Planungsfehler: Nachschub hängt - zu wenige alliierte Truppen!

·Sieben Tote
US-Kampfjet & Helikopter zerstört
·Opfer & Chaos
Bilder aus dem zerstörten Viertel
·Unfall-Tote
3 US-Soldaten ster- ben bei Heli-Crash!
·Opfer im Irak
350 Zivilisten tot - 1.000e verletzt
·Sandstürme
Selbst modernste Armeen chancenlos
·Was heißt was?
Das Kriegswörter- buch der USA
·Infografik
Saddams Republi- kanische Garden
Der Feldzug der US-geführten Alliierten stockt. Selbst hohe US-Militärs haben nun zugegeben, dass es Fehler bei der Strategie gab - und dass die Männer an forderster Front nicht mehr richtig versorgt werden können. Nun versorgen bereits irakische Flüchtlinge US-Einheiten mit Lebensmittel, die im Feld von Nachschublinien abgeschnitten sind.
Das Zentrum der irakischen Hauptstadt Bagdad ist am Samstag von einer schweren Explosion erschüttert worden. Die Explosion ereignete sich in der Nähe des Tigris. Entlang des Flusses sind einige große irakische Regierungsgebäude angesiedelt. Seit Beginn des Krieges wird Bagdad fast täglich von den Luftstreitkräften der alliierten Truppen bombardiert. Am frühen Morgen wurden bereits drei schwere Explosionen aus den südlichen Vororten der Stadt gemeldet. Die Gebäude im Stadtzentrum bebten, Feuer der Flugabwehr der Iraker war ebenfalls zu hören.
Iraker schenken hungernden US-Soldaten Nahrung
Während im Süden des Irak erste westliche Hilfsgüter für die irakische Bevölkerung eintreffen, kamen im Landesinneren mehrere Iraker einer Einheit hungriger US-Soldaten zu Hilfe: Auf ihrer Flucht in den Süden teilten die Iraker großzügig ihre Vorräte mit dem ausgehungerten Trupp, wie US-Unteroffizier Kenneth Wilson berichtete. Frauen hätten den Soldaten aus Bus-Fenstern gekochte Eier und Kartoffeln gereicht. "Das ist eine sehr nette Geste gewesen", sagte US-Soldat Tony Garcia. "Ich glaube, dass uns die örtliche Bevölkerung dankbar ist."
Die Marineinfanteristen waren seit einigen Tagen von ihrem Versorgungstrupp abgeschnitten und mussten ihre Lebensmittel streng rationieren. Zudem hatte die rund 250 Kilometer vor Bagdad liegende Einheit nicht mehr genügend Wasser. Ein US-Militärarzt warnte die Soldaten noch davor, dass die geschenkten Lebensmittel vergiftet sein könnten - aber der Hunger war größer als die Angst: "Oh Mann, ich hätte nie gedacht, dass ein gekochtes Ei so gut schmecken kann", sagte einer der US-Soldaten.
Nachschublinien schwer zu halten!
Ein wichtiges Hauptziel: die Sicherung der mittlerweile über eine Strecke von 400 Kilometer ausgedehnten und durch Guerilla-Attacken teilweise brüchig gewordenen Nachschublinien von Kuwait bis tief in den Irak. Die 3. Infanteriedivision klagt bereits über Knappheit an Wasser und Essen. In einer Einheit der US-Marineinfanterie im Mittelirak werden die Lebensmittel nach Medienberichten mittlerweile rationiert: Es gibt nur zwei Mahlzeiten täglich.
100.000 neue Soldaten sollen kommen!
Der schleppende Kriegsverlauf im Irak hat die US-Planer zu Konsequenzen gezwungen. 30 000 Soldaten aus der Heimat erhielten jetzt ihren Marschbefehl, und aus dem Pentagon verlautete, dass zusätzliche 100 000 Soldaten im April in die Krisenregion beordert werden könnten. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich Amerikaner und Briten nun tatsächlich auf einen längeren, möglicherweise mehrere Monate langen militärischen Konflikt einrichten.
Nicht genügend Truppen im Irak?
Kritiker haben angesichts des klar hinter den US-Erwartungen zurückgebliebenen Kriegsauftakts vor allem bemängelt, dass nicht genügend Bodentruppen in die Region entsandt wurden. Das soll nun offensichtlich anders werden. Allerdings will das Pentagon die Verstärkungen nicht als Strategie-Änderung, geschweige denn als Notlagen-Eingeständnis interpretiert wissen. Der "rollende Einsatz" von Truppen, das heißt stufenweise Aufstockungen, seien von vornherein im Plan vorgesehen gewesen, versichert Verteidigungsminister Donald Rumsfeld.
Das US-Oberkommando setzt bei den erwarteten frischen Kräften vor allem auf eine Trumpfkarte: die 16 000 Soldaten umfassende 4. Infanteriedivision aus dem texanischen Fort Hood, die von vielen Experten als die "tödlichste" des US-Heeres angesehen wird. Sie gilt als die mobilste mit schwerem Gerät ausgerüstete Division auf der Welt und verfügt zugleich über modernste Gefechtsfeld- Technologien. So sind zum Beispiel ihre M-1A2-Panzer und andere Kampffahrzeuge mit digitalen Kommando- und Kontrollsystemen ausgerüstet.
US-Truppen nicht auf Häuserkampf geeicht
Die amerikanischen Invasionstruppen im Irak können nach britischen Angaben die Hauptstadt Bagdad innerhalb weniger Tage erreichen, ihnen fehle aber die für einen Straßen- und Häuserkampf notwendige Überlegenheit, hieß es am Freitag in britischen Verteidigungskreisen. Die US-Streitkräfte wollten einen Häuserkampf in Bagdad vermeiden und setzten auf Druck, damit das Regime zusammenbreche, sagte ein britischer Militärexperte, der nicht namentlich genannt werden wollte. Basra gebe einen interessanten Vorgeschmack darauf, wie schwer Bagdad zu knacken sein würde. Basra, die zweitgrößte Stadt des Irak, ist seit über einer Woche umkämpft und noch immer nicht vollständig unter Kontrolle der Invasionstruppen.
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