Freitag, 28. März 2003

Experte: USA haben chemische Waffen im Kriegsgebiet

  • Auch gefährliche Mikrowellenwaffen für Schlacht um Bagdad?
  • Irakische Chemie-Schutzausrüstung entdeckt

Die Angst vor einem Chemiewaffen-Einsatz durch den Irak geht weiter um. In einer Pressekonferenz machte der irakische Informationsminister Andeutungen, dies könnte jederzeit geschehen. Nun droht möglicherweise auch von US-Seite ein solcher Einsatz: Die US-amerikanischen Truppen haben nämlich nach Experten-Informationen chemische Waffen im irakischen Kriegsgebiet. Nach Aussagen des Militärexperten Paul Ingrim vom Londoner "British American Security Information Council" haben die Amerikaner für die Eroberung der Hauptstadt Bagdad chemische Waffen in das Kriegsgebiet befördert.

Am Mittwoch und Donnerstag habe die Kompanie in eingenommenen irakischen Stellungen auch ABC-Schutzausrüstungen und Gasmasken gefunden. Die Schutzanzüge stammten aus der ehemaligen DDR und anderen früheren Ostblockländern, sei vom US-Militär zu erfahren gewesen.

Je näher die US-Truppen auf Bagdad vorrückten, umso fester werde mit einem chemischen Angriff der Iraker gerechnet, berichtete der Reporter weiter. Es habe bereits drei Mal ABC-Alarm gegeben, der sich allerdings hinterher jeweils als Fehlalarm herausgestellt habe.

Experte: USA haben chemische Waffen im Kriegsgebiet
Es handle sich bei den von den USA verwendeten Substanzen um Stoffe, die mit denjenigen verwandt seien, die in Moskau gegen die tschetschenischen Geiselnehmer und Geiseln bei einer Theaterbesetzung eingesetzt wurden.

Diese Waffen werden als "nicht tödlich" bezeichnet, was allerdings angesichts der über 180 Toten bei dem Moskauer Geiseldrama "purer Hohn" sei, schreibt das Blatt. Diese Waffen seien von der Konvention über chemische Waffen verboten. Die Amerikaner hätten auch CS-Tränengas in das Kriegsgebiet gebracht, das ebenfalls nach der Konvention nicht in Kriegen eingesetzt werden darf. Paul Ingrim zeigte sich sehr besorgt über so genannte Mikrowellenwaffen, die allen Lebewesen, in deren Umkreis sie gebraucht werden, Hautverbrennungen zufügen. "Die Menschen erleiden dann furchtbare Schmerzen und können nicht kämpfen."

"Die Amerikaner planen den Einsatz all dieser menschenverachtenden High-Tech-Waffen im Kampf um Bagdad, wo sie mit starkem Widerstand und hohen Verlusten rechnen müssen. Ihre eigenen Truppen können sie schützen, die irakische Bevölkerung hat weder Gasmasken noch Schutzanzüge. Paul Ingrim betonte, dass es sich um neue, noch nie in einem Konflikt verwendete Waffen handelt. Die amerikanischen Militärs wollten nun ihre Wirkungsweisen ausprobieren", heißt es in dem Bericht.

28.3.2003 11:19