Verletzte US-Soldaten berichten vom Irak-Krieg
- GIs berichten von völlig falschen Erwartungen
- Hatten gerechnet, dass sich Iraker "freiwillig ergeben"
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Bilder aus dem zerstörten Viertel
So einfach wie erwartet verläuft der Feldzug gegen den Irak für die USA nicht. In Deutschland haben kriegsverletzte US-Soldaten erstmals öffentlich über ihre Kampferfahrungen in der Region der südirakischen Stadt Nassiriya gesprochen. Im US Medical Center Landstuhl in der Nähe des US-Flugplatzes Ramstein werden derzeit 24 Verletzte behandelt. In dem US-Militärkrankenhaus stehen Uniformierte immer an ihrer Seite. Landstuhl ist das größte US-Militärkrankenhaus außerhalb der USA.
Drei Soldaten stellen sich den Reportern. Einer hält ein eingegipstes Bein vor die Kameras von CNN, NBC, BBC, RTL, ARD und ZDF, der andere seinen bandagierten zerschossenen Arm. Nur der 21-jährige Joshua Menard aus Houston im US-Bundesstaat Texas trägt seine Uniform. Er hat eine Schusswunde in der linken Hand.
"Irakische Soldaten haben uns in einem Hinterhalt überfallen und auf uns geschossen", berichtet Menard. Die Männer seien als Zivilisten verkleidet gewesen und hätten plötzlich gefeuert. "Ich dachte, ich müsste sterben, als eine Kugel durch meine Hand ging und ganze Nervenbahnen zerstörte", sagt der 21-jährige Menard. "Keine militärische Ausbildung kann dich jemals wirklich auf das vorbereiten, was im Kampf auf dich zukommt." Menard sagt weiter, der Widerstand der Iraker sei größer als erwartet. Nach Berichten über den Golfkrieg hätte er damit gerechnet, dass sich "die Iraker wie damals" leichter freiwillig ergeben.
"Zivilisten" eröffneten Feuer
Der Infantrist Jamie Villafane (31) aus Long Island im US-Staat New York schildert, wie er in einem Truck über eine Brücke in Nasiriya fuhr. Auch er habe Zivilisten gesehen. "Sie benahmen sich ein bisschen merkwürdig und eröffneten plötzlich das Feuer", sagt Villafane. Der Explosionsdruck habe ihn aus dem Truck gefegt.
Sein Kamerad Charles Horgan (21) erzählt, wie er wenig später von Villafane geborgen wurde. "Ich hatte mir beim Sprung aus dem Truck den Fuß gebrochen, ich habe noch nie solche Schmerzen gehabt." Wie seine Kameraden sitzt er vor US-Flagge, umgeben von patriotischen Symbolen. Er liebe sein Land und hoffe, trotz des zertrümmerten Fußes Soldat bleiben zu können. "Ich bin in den Krieg gegangen, um meinem Land zu dienen, aber auf dem Feld ging es nur noch darum, meine Kameraden zu schützen und zu retten", betont er. "Es ist wie ein Kinofilm, nur die Musik fehlt." Er nutzt die Fernsehkameras, um Grüße nach Hause zu schicken.
"Wir befolgen unsere Befehle"
Die drei fordern, die Proteste gegen den Irak-Krieg nicht an den Soldaten auszulassen. "Wir tun nur unseren Dienst und befolgen Befehle", betont Infanterist Villafane. Zurückkehren in den Krieg will er aber ebensowenig wie seine beiden Kameraden. "Ich habe genug, will nur zu meiner Frau und meinen Kindern."
Gleichzeitig warnt der 31-Jährige vor Eindrücken, Soldaten seien auf leichte Verletzungen aus, um schnell heimzukehren. "Wir sind da, um das irakische Volk von einem Unrechts-Regime zu befreien", sagt er. Allerdings ließen nach seiner Erfahrung überraschend viele Iraker keinen Willen zur Freiheit erkennen.
Fast täglich neue Krankentransporte
In Landstuhl kommen fast täglich neue Krankentransporte aus dem Irak an. 120 Ärzte und viele Pflegekräfte kümmern sich um die Patienten. Die Zahl der Betten kann von 300 bis auf 500 aufgestockt werden. Viele Verletzte werden hier für die Weiterreise in die USA vorbereitet, wo sie weiter physiotherapeutisch behandelt werden sollen. Von traumatischen Kriegserlebnissen erzählen sie nichts.
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