Donnerstag, 27. März 2003

Starker Widerstand gegen USA im Irak

  • Irans Geheimdienstchef sieht Militär und Zivilbevölkerung geeint

Die iranischen Auslandsgeheimdienste verfügen nach den Worten des zuständigen Ministers Ali Yunesi über eindeutige Informationen, nach denen die USA im Irak mit starkem Widerstand rechnen müssen. Um das Vaterland und die Unabhängigkeit gegen die Invasoren zu verteidigen, hätten die Irakis ihre "Differenzen" vorläufig ausgeklammert.

"Militärs und Zivilisten haben sich versöhnt, um gemeinsam die Amerikaner zu bekämpfen", sagte der Minister am Donnerstag im Teheraner Staatsfernsehen. Yunesi bemerkte, dass der Iran über ein weitreichendes Informantennetz in dem Nachbarland verfüge.

Dem vom Irak aus operierenden oppositionellen "Nationalen Widerstandsrat Iran" (Volks-Mujaheddin) warf der Geheimdienstminister ein "Doppelspiel" vor. Einerseits versuchten die Volks-Mujaheddin, die Amerikaner zu beschwichtigen und ihnen einzureden, sie stünden auf ihrer Seite; andererseits versuchten sie, Saddam Hussein davon zu überzeugen, dass es eine "iranische Gefahr" gäbe, sagte Yunesi.

Die iranische Regierung hat die "Volks-Mujaheddin im Irak gewarnt, angesichts des bevorstehenden Zusammenbruchs des Bagdader Regimes zu versuchen, von einer Flüchtlingsbewegung zu profitieren, um illegal in den Iran zu gelangen. Der Iran hatte von der irakischen Regierung wiederholt die Auslieferung des Führers der Volks-Mujaheddin, Massud Rajavi, gefordert.

Nominelle Vorsitzende des "Widerstandsrats" ist Rajavis Ehefrau Marjam. Ihr politisches Ziel ist nach eigener Darstellung "der Sturz des Mullah-Regimes, die Schaffung eines säkularen Staates und die Abhaltung freier Wahlen". Durch die Nähe zum irakischen Regime haben sich die Volks-Mujaheddin in den Augen vieler Exil-Iraner diskreditiert.

27.3.2003 14:46