Donnerstag, 27. März 2003

Kurden melden weiteren Vorstoß im Nordirak

  • US-Jets bombardieren irakische Stellungen bei Mosul
  • Al Jazeera: Von "Nordfront" kann noch keine Rede sein

Während die einen von einer "Nordfront" im Irak noch gar nicht sprechen wollen, melden kurdische Offizielle einen weiteren Vorstoß. Irakische Soldaten seien in der Nacht auf Mittwoch um bis 15 Kilometer zurückgewichen. US- und britische Jets bombardieren die irakischen Stellungen im Nordirak derweil weiter.

Die kurdischen Kämpfer im Nordirak sind nach Angaben von Sicherheitskräften weiter auf die Ölstadt Mosul vormarschiert, Gefechte habe es dabei nicht gegeben. Guwer selbst und das benachbarte Dorf Hawera würden weiter von irakischen Truppen kontrolliert, hieß es.

Am Montag hatten irakische Truppen bereits ihre Stellungen bei Dohuk auf der Straße nach Mosul verlassen. Auch nahe der Ölstadt Kirkuk wurde der Rückzug irakischer Truppen vermeldet, den Experten aber als eher taktisch betrachten.

Weiter Luftangriffe auf irakische Stellungen
US-Kampfflugzeuge haben am Mittwochvormittag Stellungen der irakischen Armee im Nordirak bombardiert. Der arabische Fernsehsender Al Jazeera zeigte Bilder von den Angriffen in den Bergen bei Aski Kalak. Die Region liegt etwa zwischen Arbil (Erbil) und Mosul, an der Grenze des von den kurdischen Kämpfern (Peschmerga) kontrollierten Gebietes. Augenzeugen im Kurdengebiet hätten in den vergangenen Tagen gesehen, wie weitere Soldaten der Alliierten abgesetzt worden seien.

Auf der Strecke zwischen Salaheddin und Arbil seien zahlreiche US-Militärtransporter gesichtet worden. Von einer "Nordfront" im eigentlichen Sinne könne aber noch nicht gesprochen werden, sagte der Reporter des Senders im Kurdengebiet.

Ergaben sich 65 irakische Soldaten?
Ein kurdischer Fernsehsender hatte zuvor behaupte, im Grenzgebiet zwischen dem von der Zentralregierung kontrollierten Gebiet und der halbautonomen Kurdenregion hätten sich 65 irakische Soldaten ergeben. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es nicht.

27.3.2003 06:49