Mittwoch, 26. März 2003

USA entsenden Elite-Division in den Irak

  • Verstärkung für den zähen Bodenkampf

Die USA wollen Regierungskreisen zufolge ihre Truppenstärke im Irak-Krieg auf rund 225.000 Soldaten nahezu verdoppeln. Die Zahl der Soldaten im Kriegsgebiet solle bis Ende April um 100.000 aufgestockt werden, hieß es am Donnerstag in den Kreisen in Washington. Unter anderem würden eine in Deutschland stationierte Panzer-Division, eine Infanterie-Division aus Texas sowie ein Regiment aus Colorado ins Kriegsgebiet verlegt. Verteidigungsminister Donald Rumsfeld wies Berichte zurück, die USA hätten ihre Kriegsplanung geändert.

"Wir haben einen guten Plan und er ist so gemacht, dass die Kräfte über eine angemessene Zeitspanne hinweg nachströmen", sagte Rumsfeld vor Reportern. Die US-Truppen im Irak würden täglich um 1.000 bis 2.000 Soldaten aufgestockt. "Das wird auch so weitergehen - und viele Truppen sind unterwegs", fügte er hinzu.

Derzeit sind 125.000 Soldaten im Kriegsgebiet im Einsatz. In den USA war Kritik laut geworden, die Armee habe nicht genug Bodentruppen und Panzer im Irak im Einsatz, um den Widerstand der irakischen Elitetruppen und Partisanen zu überwinden. Möglicherweise sei es ein Fehler gewesen, die Invasion nicht mit einer größeren Truppenstärke und mehr Kriegsmaterial begonnen zu haben, sagten Experten im Gespräch mit Reuters.

Nord-Front wird aufgebaut
Im Nord-Irak beobachteten Journalisten, wie weitere US-Truppen und Kriegsgerät ins Umland der kurdischen Stadt Erbil (Arbil) verlegt wurden. Auf dem Flugfeld Harir im Umland der Stadt kamen am Morgen Transport-Hubschrauber, Militärfahrzeuge und Soldaten an. Hier waren am Vortag rund 1.000 US-Fallschirmjäger gelandet und hatten einen militärischen Brückenkopf eingerichtet. Die USA hatten bereits seit langem den Aufbau einer Nordfront geplant. Iraks nördlicher Nachbar Türkei hatte jedoch die Erlaubnis zur Stationierung von mehr als 60.000 Soldaten verwehrt.

Nach Einschätzung des US-Kommandanten des 5. Armeekorps im Irak, Generalleutnant William S. Wallace, machen die langen Nachschublinien der Invasionstruppen und der zähe Widerstand der Iraker einen längeren Krieg wahrscheinlich. Der Vormarsch der Invasionstruppen im Irak zu Beginn der ersten Kriegswoche hatte Hoffnungen auf ein schnelles Ende des Militärkonflikts genährt. Diese wurden allerdings durch die ins Stocken geratene Offensive der US-geführten Truppen in den vergangenen Tagen gedämpft.

26.3.2003 18:48