Mittwoch, 26. März 2003

Ärzte ohne Grenzen: Hilfskonvoi nach Bagdad

  • Hilfsgütern auch von Kuwait nach Umm Kasr

Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat in der Nacht auf Mittwoch die ersten zwei Lastwagen mit zehn Tonnen medizinischen Hilfsgütern von Amman nach Bagdad abgefertigt. Sie enthalten unter anderem Material für 300 Operationen, Medikamente zur post-operativen Behandlung von Verwundeten, Material zur Wasserversorgung und Hygiene sowie zur Ernährungshilfe.

In der Zwischenzeit konzentriert sich ein internationales Team von Ärzte ohne Grenzen in der irakischen Hauptstadt Bagdad darauf, das 250-Betten-Spital al-Kindi im Nordosten der Stadt zu unterstützen. Der Chirurg, der Anästhesist Peter Grohr aus Kärnten und der Notfallmediziner werden auch in den kommenden Tagen dort im Einsatz sein. Die Hilfsorganisation stellte dem Krankenhaus chirurgisches Material und spezielle "Notfallkits" aus ihren Vorräten zur Verfügung. Sie enthalten Material zur Behandlung von 150 Verletzten sowie zur Versorgung von Verbrennungsopfern.

"Ärzte ohne Grenzen hat beide Kriegsparteien offiziell über diesen Hilfskonvoi informiert, die Lastwagen sind klar als humanitäre Hilfstransporte gekennzeichnet", sagt die Sprecherin von Ärzte ohne Grenzen in Amman, Catrin Schulte-Hillen. "Derzeit arbeitet das Personal im al Kindi-Spital hart daran, die Versorgung der Patienten zu gewährleisten. Wir von Ärzte ohne Grenzen unterstützen sie dabei, wo wir können." Das Team der setzt sich aus Mitarbeitern aus Italien, Frankreich, Österreich, Norwegen, Sudan und Algerien zusammen.

Hilfskonvoi für Umm Kasr
Der erste größere Konvoi mit Hilfsgütern ist am Mittwoch von Kuwait in den Irak abgefahren. Sieben schwere Fahrzeuge mit Nahrungsmitteln und Wasser, die von Kuwaitern gespendet wurden, setzten sich inmitten eines Sandsturms nach Umm Kasr in Bewegung. Der Konvoi wurde von US-Soldaten begleitet. Eigentlich sollten 30 Fahrzeuge in den Irak aufbrechen, wegen des Sandsturms hätten aber nur sieben beladen werden können, sagte ein Sprecher des Humanitären Operationszentrums, einer US-kuwaitischen Behörde. Die Sicht betrug nur 90 Meter. Die Stadt an der irakisch-kuwaitischen Grenze war von den britischen Truppen am Dienstag für sicher erklärt worden.

26.3.2003 10:56