Dienstag, 25. März 2003

Russland und Irak dementieren Waffen-Geschäfte

  • "Russland hat uns nie etwas gegeben"
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Russland und der Irak haben Vorwürfe der US-Regierung zurückgewiesen, wonach russische Firmen Militärgerät in das arabische Land geliefert haben sollen. US-Präsident George W. Bush hatte seinen russischen Kollegen Wladimir Putin in einem Telefongespräch aufgefordert, die angeblichen illegalen Lieferungen zu stoppen.

"Russland hat uns nie etwas gegeben, und wir haben um nichts gebeten", sagte der irakische Informationsminister Mohammed Said el Sahaf am Dienstag in Bagdad. Ein Sprecher des von den USA beschuldigten Moskauer Unternehmens Aviakonversia sagte, zwar habe die Firma enge Kontakte zu Irak, es habe aber keine Lieferungen von verbotenem Gerät wie etwa Anlagen zur Störung von Satellitensignalen gegeben. "Wir haben zu keiner Zeit derartiges Material in den Irak geliefert." Auch die russische Firma KBP Tula, der die US-Regierung die Lieferung von Panzerabwehrgeschossen vorwirft, bestritt, derartige Geschäfte mit dem Irak getätigt zu haben. Zuvor war bereits der russische Außenminister Igor Iwanow den Vorwürfen entgegen getreten.

Das US-Präsidialamt hatte am Montag erklärt, es lägen glaubwürdige Beweise dafür vor, dass Unternehmen in Russland verbotenes Gerät wie Panzerabwehr-Geschosse und Nachtsichtgeräte in den Irak geliefert hätten, die den Einsatz der US-Streitkräfte dort gefährden könnten. US-Präsident Bush habe sich in einem Telefonat mit Russlands Präsident Putin über die Geschäfte beschwert, sagte Präsidialamtssprecher Ari Fleischer in Washington. Bush habe zudem Besorgnis geäußert über die fortdauernde Unterstützung der irakischen Streikräfte durch eine russische Firma, die Anlagen zur Störung des GPS-Navigationssystems herstelle. Putin habe zugesagt, die Vorwürfe zu prüfen.

Russland hatte ebenso wie die ebenfalls über ein Vetorecht verfügenden ständigen Mitglieder Frankreich und China im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNO) einen Irak-Krieg abgelehnt. Putin hatte nach Beginn des Militäreinsatzes der USA und ihrer Verbündeten zum Sturz des irakischen Präsidenten Saddam Hussein ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen verlangt.

25.3.2003 13:29