Archäologen fordern Schutz historischer Stätten im Irak
- Mesopotamien war Zentrum früherer Hochkulturen
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Eine Gruppe internationaler Archäologen und Institutionen hat die USA zum Schutz der zahlreichen historischen Stätten im Irak aufgerufen. Die außerordentliche Bedeutung der Monumente, Museen und anderen Stätten Mesopotamiens verpflichte alle Völker und Regierungen zu ihrer Bewahrung, schrieben die Wissenschaftler in einem in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Science" veröffentlichten Brief an die Regierungen in Washington und London sowie an die Vereinten Nationen. Das historische Erbe mehrerer Hochkulturen im Zweistromland sei durch die jetzigen Bombardements und Kämpfe sowie spätere mögliche Plünderungen in Gefahr.
"Gemessen am menschlichen Leiden scheinen materielle Güter weniger bedeutend zu sein, doch ist auch ein wichtiger Teil des Weltkulturerbes in Gefahr", erklärte der Präsident des Amerikanischen Verbandes für Forschung in Bagdad, McGuire Gibson. Gibson gehörte zu den Wissenschaftlern, die für die US-Regierung im vergangenen Herbst etwa 4000 historische Stätten im Irak katalogisierten, um ihre Bombardierung zu verhindern.
In Mesopotamien entstand die erste Zivilisation der Menschheitsgeschichte. Völker wie die Sumerer, die Babylonier und Assyrer schufen hier ihre ihre Reiche. Babylon war Hauptstadt des ersten Gesetzgebers Hammurabi (1792-1750 v. Chr.) Unter dem Kalifat der Abbasiden war Bagdad Zentrum der arabischen Welt. Heute sind rund 10.000 historische Stätten, die von dieser Vergangenheit zeugen, im Zweistromland bekannt; Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass es sogar mehr als doppelt soviele sein könnten.
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