30 Verletzte bei Selbstmordanschlag in Netanya
- Attentäter sprengte sich in belebter Fußgängerzone in die Luft
In einer belebten Fußgängerzone der nordisraelischen Küstenstadt Netanya hat sich im März ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Dabei wurden nach Angaben von Polizei und Sanitätern 30 Menschen verletzt, vier davon schwer. Die Explosion ereignete sich gegen 13.00 Uhr Ortszeit in der Nähe eines Cafes im Stadtzentrum. Es war der erste derartige Anschlag seit knapp einem Monat.
Vor dem Cafe habe sich eine Gruppe von vier Soldaten aufgehalten, berichtete der israelische Rundfunk. Ein Wachmann habe den Attentäter davon abgehalten, das Cafe zu betreten. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.
Ein Sprecher des Büros von Ministerpräsident Ariel Sharon erklärte, das Attentat erinnere "in brutaler Weise an die Grausamkeit des palästinensischen Terrorismus'". Der palästinensische Kabinettsminister Saeb Erekat erklärte, die palästinensische Führung verurteile Anschläge auf die Zivilbevölkerung, "ob Palästinenser oder Israelis".
Aus Protest gegen den Irak-Krieg?
Der Chef des Militärgeheimdiensts, General Aharon Zeevi, hatte nach Angaben des Rundfunks zuvor bei der wöchentlichen Kabinettssitzung vor bevorstehenden Selbstmordanschlägen von Palästinensern aus Protest gegen den Irakkrieg gewarnt. Es war der zweite Selbstmordanschlag seit dem Amtsantritt der neuen rechtsgerichteten Regierung unter Sharon am 28. Februar. Zuletzt waren bei einem Selbstmordanschlag auf einen Autobus in der nordisraelischen Stadt Haifa am 5. März 18 Menschen getötet worden, unter ihnen zahlreiche Schulkinder. Der damalige Attentäter war nach übereinstimmenden israelischen und palästinensischen Angaben ein Mitglied der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas.
Im nur 15 Kilometer vom Westjordanland entfernten Netanya haben palästinensische Attentäter in den vergangenen 30 Monaten wiederholt Anschläge verübt. Vor einem Jahr kamen bei einem Bombenattentat auf ein Hotel der Stadt 29 Menschen ums Leben.
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