Kanada: Lungenkrankheit SARS fordert vierten Toten
- Weitere 88 Erkrankungen in Hongkong
- Alle bisher getesteten Medikamente unwirksam
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In der kanadischen Provinz Ontario ist ein vierter Mensch an der Lungenkrankheit SARS gestorben. Der Sprecher der Gesundheitsbehörde machte am Sonntag keine näheren Angaben zu dem Opfer. Es habe jedoch Kontakt zu dem Scarborough Grace Krankenhaus gehabt, wo es bereits einen Fall des Schweren Akuten Respiratorischen Syndroms (SARS) gegeben habe. Das Krankenhaus war das erste von zweien im Großraum Toronto, das wegen der gefährlichen Lungenkrankheit geschlossen werden musste.
In Ontario wurden insgesamt 81 SARS-Verdachtsfälle gemeldet. Bei 42 von ihnen sei eine Ansteckung mit SARS wahrscheinlich, teilten die Behörden in Ontario mit. Für rund 1800 Menschen empfahlen die Behörden der Provinz eine freiwillige Quarantäne von zehn Tagen, unter ihnen zahlreiche Ärzte. Kanada ist das Land mit den meisten SARS-Verdachtsfällen außerhalb Asiens. Weltweit starben mindestens 57 Menschen an der Lungenkrankheit.
In Toronto haben die Behörden unterdessen wegen SARS den Gesundheitsnotstand verhängt. Zwei Krankenhäuser wurden für neue Patienten geschlossen, hunderte Menschen stehen in ihren Häusern unter Quarantäne.
Hongkong: Weitere 88 Erkrankungen
In Hongkong sind nach offiziellen Angaben 88 weitere Menschen an SARS erkrankt. Gesundheitsminister Yeoh Eng Kiong sagte am Montag, alle Betroffenen kämen aus derselben Wohnanlage. Nur Stunden zuvor war ein Teil des Amoy-Gardens-Komplexes unter strenge Quarantäne gestellt worden, um eine weitere Ausbreitung des Schweren Akuten Atemwegssyndroms (SARS) zu verhindern.
Allein in Hongkong sind damit 213 Fälle der gefährlichen Lungenkrankheit bekannt geworden. Weltweit starben bereits fast 60 Menschen an SARS, und mehr als 1.600 Personen erkrankten.
Keine wirksamen Medikamente
In Singapur erklärte Gesundheitsminister Lim Hung Kiang am Wochenende, die Krankheit sei ansteckender als gedacht. Ein Erkrankter könne 30 bis 40 Personen anstecken. Das US-Zentrum für Seuchenkontrolle deutete an, es sei derzeit besser, auf nicht unbedingt notwendige Reisen nach China, Hongkong, Singapur und Hanoi zu verzichten. Alle gegen die Krankheit getesteten Medikamente seien unwirksam.
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