Freitag, 28. März 2003

Japan startet erstmals eigene Spionagesatelliten

  • Wegen Konflikt um Nordkoreas Atomprogramm

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Spannungen um Nordkoreas Atomwaffenprogramm hat Japan erstmals eigene Spionagesatelliten ins All befördert. Eine Trägerrakete vom Typ H-2A hob Freitag mit zwei Satelliten an Bord vom Weltraumbahnhof Tanegashima ab.

Die Spionagesatelliten sollen Japan vor allem dazu dienen, ein Auge auf Nordkoreas Raketen- und Atomaktivitäten zu werfen. Japan hatte sich zu dem Schritt entschlossen, nachdem Nordkorea 1998 eine Mittelstreckenrakete über Japan hinweg getestet hatte.

Strengste Sicherheitsvorkehrungen
Der Raketenstart auf der südjapanischen Insel Tanegashima fand unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt, nachdem Zeitungen berichtet hatten, Nordkorea wolle Japan zum Zeitpunkt des Starts angreifen. Im Vorfeld des Starts hatte Pjöngjang Japan in scharfen Worten vor dem Einsatz gewarnt.

Wenn Tokio die Satelliten in die Umlaufbahn bringe, drohe Japan die "Selbstzerstörung", hieß es in einem Bericht der offiziellen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA. Japan diene den USA bei der Vorbereitung eines Atomkrieges gegen Nordkorea.

Hi-Tech-Spionage
Die in Japan entwickelten Satelliten können Objekte von weniger als einem Meter Größe erfassen. Mit den Satelliten will sich Japan vor nordkoreanischen Raketen schützen. Nordkorea soll über rund 100 Raketen vom Typ Rodong-1 verfügen, die mit einer Reichweite von 1.300 Kilometern jeden Ort in Japan erreichen könnten.

28.3.2003 09:31