Dienstag, 25. März 2003

Früherer Elf-Chef gibt Existenz schwarzer Kassen zu

  • Paris: Mittel waren für "politische Einflussnahme" bestimmt

Im Pariser Korruptionsprozess um den Ölkonzern Elf hat der frühere Firmenchef Loek Le Floch-Prigent die Existenz schwarzer Kassen mit Mitteln für "politische Einflussnahme" eingeräumt. Er habe dieses Vorgehen toleriert, "weil es Elf genutzt hat", sagte Le Floch-Prigent am Dienstag vor einem Pariser Gericht.

Der frühere Konzernchef gab außerdem zu, "indirekt von gewissen Regelungen" profitiert zu haben, die er zutiefst bedauere. Das Verfahren gegen den 59-Jährigen war in der vergangenen Woche eröffnet worden.

In dem auf vier Monate angesetzten Prozess geht es um 183 Millionen Euro Bestechungszahlungen für die weltweiten Geschäfte des Unternehmens, darunter auch für den Kauf des ostdeutschen Mineralölkonzerns Leuna/Minol. Nach seiner Privatisierung wirkte der einstige Elf-Aquitaine-Konzern an den Ermittlungen gegen die ehemalige Firmenleitung mit. Das Unternehmen ging im Jahr 2000 im Konzern TotalFinaElf auf und will sich demnächst nur noch Total nennen.

25.3.2003 20:32