Dienstag, 25. März 2003

Abbas will linskgerichtete DFLP ins Kabinett holen

  • Palästinensischer Premier sucht auch Kontakt zu Hamas

Der palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas (Abu Mazen) hat Gespräche mit der linksgerichteten "Demokratischen Front für die Befreiung Palästinas" (DFLP) von Nayef Hawatmeh über deren möglichen Eintritt in sein künftiges Kabinett aufgenommen. Diese im PLO-Exekutivkomitee vertretene radikale Fraktion hatte bisher eine Regierungsbildung konsequent abgelehnt. Das DFLP-Führungsmitglied Kiaf Abdelkarim erklärte am Montagabend in Ramallah: "Wir werden sehen, was aus diesen Gesprächen herauskommt, und dann eine Entscheidung treffen".

Die DFLP war 1969 durch Abspaltung von der marxistischen "Volksfront für die Befreiung Palästinas" (PFLP) von Georges Habash entstanden und hat ihr Hauptquartier in der syrischen Hauptstadt Damaskus. Abbas sollte am Dienstag in Gaza erste Kontakte mit Vertretern der radikalen islamischen Hamas haben, die außerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation steht und die Schaffung des Ministerpräsidentenamtes als belanglos bezeichnet hat.

Die USA und die Europäische Union hatten die Ernennung von Mahmud Abbas zum palästinensischen Ministerpräsidenten begrüßt. Damit gibt Präsident Yasser Arafat einen Teil seiner Machtbefugnisse ab. Die Begrenzung von Arafats Macht durch einen "starken" Regierungschef war eine der Hauptforderungen der USA an die Palästinenser. Der israelische Außenminister Silvan Shalom sagte am Montag vor der Knesset in Jerusalem, die Bestellung von Abbas zum Premier sei ein "positiver Schritt".

25.3.2003 10:17