Sonntag, 30. März 2003

Nach Wahl-Minus: Rosenkranz soll neue Obfrau werden

  • Landesobmann Windholz und Spitzenkandidat Marchat gehen
  • Haupt: "... kann als vielfache Mutter ausgleichend wirken"

Barbara Rosenkranz sagt: Ja, ich will. Die 44-Jährige - und Mutter von zehn Kindern! - soll neue Obfrau der FP NÖ werden! Ein Landesparteitag mit der Neuwahl der Parteispitze soll noch vor dem Sommer stattfinden. Nach dem Debakel hatten Landesobmann Windholz und Spitzenkandidat Marchat ihre Rücktritte bekannt gegeben. Rosenkranz zollt beiden Anerkennung: "Es ist sehr nobel, die Verantwortung auf sich zu nehmen und die Konsequenzen zu ziehen".

Rosenkranz will sich der Wahl stellen. "Ich werde das tun", sagte sie am Dienstag zur APA. Dem Landesparteitag werden Bezirksparteitage vorangehen, die "vom Zeitablauf fällig" seien, so die designierte Obfrau. Es werde eine "geordnete Hofübergabe" in der Landespartei geben.

Rosenkranz ist sich bewusst, dass sie im Falle ihrer Wahl keine leichte Aufgabe erwartet. Ein Ziel hat sie bereits klar vor Augen. "In der Öffentlichkeit geführte Streitereien müssen ein Ende haben", sagte sie. Man habe gesehen, wohin die Auseinandersetzungen geführt hätten, spielte sie etwa auf das Ergebnis der FPÖ bei der NÖ Wahl an. Außerdem müsse es gelingen, "jene Punkte wieder herauszuarbeiten, in denen die Partei eine starke Glaubwürdigkeit hatte". Ein Beispiel dabei sei das Prinzip der sozialen Gerechtigkeit.

Steckbrief der neuen Chefin
Rosenkranz wurde am 20. Juni 1958 in Salzburg geboren. Die Mutter von zehn Kindern lebt in Rückersdorf (Bezirk Korneuburg) und ist seit 20. Dezember 2002 Abgeordnete zum Nationalrat. Zuvor gehörte sie seit Juni 1993 dem NÖ Landtag an. Sie war Landesparteisekretärin (1998-1999), geschäftsführende Klubobfrau (2000-2001) und schließlich Klubchefin. Rosenkranz ist auch stellvertretende Landesparteivorsitzende der NÖ Freiheitlichen.

Nach der "Jahrhundert-Niederlage" waren Konsequenzen selbstverstänlich
Nach der "Jahrhundert-Niederlage" seien persönliche Konsequenzen selbstverständlich, sagte Windholz. Nach einem derartigen Ergebnis könne man nicht zur Tagesordnung übergehen, erklärte Marchat.

Windholz stellt auch Landesobmann zur Verfügung
Windholz wird auch die Funktion des Landesobmannes der NÖ Freiheitlichen zurücklegen, die er seit 4. Juni 2000 innehat. Er kündigte eine geordnete Übergabe an. Ein Parteitag der Landesgruppe soll noch in der ersten Jahreshälfte stattfinden. "Ich übernehme die volle Verantwortung für den Wahlausgang."

30.3.2003 20:19