Samstag, 29. März 2003

Gletscherunglück in Tirol forderte drei Tote

  • Alle drei Verunglückten aus Gletscherspalte geborgen
  • Darunter sicher ein Tscheche

Drei Todesopfer hat ein tragisches Alpinunglück am Hintertuxer Gletscher im Tiroler Zillertal gefordert. Die drei verunglückten Skifahrer waren im freien Skiraum in eine knapp 30 Meter tiefe, schneebedeckte Gletscherspalte gestürzt. Zwei der Männer - davon einer ein Tscheche - waren schon am frühen Nachmittag tot geborgen worden. Der Dritte war tief in der Spalte eingekeilt und konnte erst kurz nach 18 Uhr - ebenfalls tot - befreit werden, wie die Alpingendarmerie mitteilte.

Zu dem Unglück war es gegen 11.30 Uhr bei der Olperer Nordflanke auf etwa 3.200 Metern Seehöhe gekommen. Ein Großaufgebot an Bergungsmannschaften der Bergrettung Tux und Mayrhofen sowie von Helfern der Gletscherbahnen Mayrhofen und der Besatzung des ÖAMTC-Notarzthubschraubers "Alpin 5" standen bis am Abend stundenlang und unter schwierigsten Bedingungen im Einsatz. Die V-förmige Gletscherspalte sei sehr eng und tief gewesen, erklärte die Alpingendarmerie.

Bergung mit Flaschenzug
Zur Bergung sei ein Flaschenzug verwendet worden. Ein Sprecher des ÖAMTC hatte der APA auch mitgeteilt, dass sich ein Notarzt in die Spalte abseilen lassen hatte. Der dritte Verunglückte konnte nur unter Einsatz eines Presslufthammers aus der Gletscherspalte befreit werden. Damit gab es die endgültige Bestätigung über den Tod des dritten Verunglückten. Bis zu seiner Bergung war es laut Alpingendarmerie nämlich sehr wahrscheinlich, aber noch nicht 100-prozentig sicher gewesen, dass der Mann tatsächlich tot sei.

Vermutlich drei Tschechen
Die Herkunft eines der drei Skifahrer sei bereits mit Sicherheit geklärt. Es handle sich um einen tschechischen Staatsangehörigen. Auch die anderen beiden Verunglückten seien wahrscheinlich Tschechen, da alle drei gemeinsam die Tour am Hintertuxer Gletscher gegangen seien. Ihre tschechische Herkunft sei jedoch noch nicht bestätigt, hieß es am Samstagabend.

29.3.2003 13:21