Wiener Gemeinderat: Grüne warnen vor Lobau-Tunnel
- Maresch: Nationalpark Donauauen durch Umfahrung in Gefahr
- SPÖ verteidigt Entscheidung
In der Aktuellen Stunde des Wiener Gemeinderats haben die Grünen vor den Umweltgefahren der geplanten Wiener Nordost-Umfahrung gewarnt. Auf Widerstand stieß vor allem die vorgesehene Untertunnelung der Lobau. Der Nationalpark Donauauen sei dadurch akut gefährdet, warnte Gemeinderat Rüdiger Maresch. SPÖ, FPÖ und ÖVP sprachen sich dagegen für die Umfahrung aus. Uneinigkeit herrschte aber über die Finanzierung und den Trassenverlauf.
Im Widerspruch zu den Ergebnissen der Strategischen Umweltprüfung für den Nordosten Wiens ("SUPer NOW") favorisiere die SPÖ eine "Uraltvariante", bei der "mitten ins Herz des Nationalpaks" gebaut werde. Zusätzlich sei zu befürchten, dass die Lobau auch durch den vorgesehenen Ausbau der Raffineriestraße in Mitleidenschaft gezogen werde, so Maresch.
Damit komme auch der Nationalpark-Status der Donauauen in Gefahr, meinte der Grüne. Die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources - Internationale Union für die Erhaltung der Natur und der natürlichen Ressourcen) beobachte die Vorgänge in Wien ganz genau. Maresch verwies auf die Schwierigkeiten mit dem UNESCO-Prädikat Weltkulturerbe für die Innenstadt: "Hat Wien nichts aus Wien-Mitte gelernt?"
VP-Gemeinderat Wolfgang Gerstl sprach sich dagegen angesichts des steigenden Verkehrsaufkommen vehement für die Umfahrung samt einer weiteren Donauquerung aus. "Die sechste Querung steht nicht mehr zur Diskussion, sondern nur noch wie sie kommt oder wann sie kommt." Kritik übte er allerdings an der SPÖ: Diese habe bei ihrer Klubtagung in Rust die teuerste Variante gewählt, Fragen der Finanzierung seien aber noch offen.
Kritik an der Entscheidung für eine Trasse quer durch den 22. Bezirk kam von der FPÖ. Zur Entlastung der Bezirksbewohner wäre eine "echte" Nord-Ostumfahrung östlich von Großenzersdorf besser gewesen, meinte Gemeinderätin Heike Trammer. SP-Gemeinderat Günther Reiter bezeichnete die Umfahrung als unverzichtbar. Ebenso wichtig sei aber auch die Forcierung des öffentliches Verkehrs in dieser Region.
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