Freitag, 28. März 2003

Kindergeld: Prammer kritisiert Regierung

  • Prammer: Regierung merkt das Nicht-Funktionieren
  • Haubner mit Akzeptanz in Bevölkerung zufrieden

Die von den Regierungsparteien in den Raum gestellte Anhebung der Zuverdienstgrenze beim Kinderbetreuungsgeld zeigt für die SPÖ, "dass das Ganze nicht funktioniert". SP-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer forderte daher eine "Generalreform". Familienstaatssekretärin Ursula Haubner zeigt sich in einer Aussendung indes mit der Akzeptanz des Kinderbetreuungsgeldes sehr zufrieden. Zuletzt hatte eine Wifo-Studie für Diskussionen gesorgt, wonach das Kinderbetreuungsgeld ein Hemmnis bei der Rückkehr in das Erwerbsleben sei.

Im Jahr 2002 habe es ein Geburtenplus von 3,6 Prozent gegeben, insgesamt erhielten derzeit rund 80.000 Beziehende das Kindergeld und über 220 Mio. Euro seien bereits ausbezahlt worden, so Haubner. Auch bei der Väterkarenz sei ein Anstieg zu verzeichnen. 1999 waren demnach 1.353 Väter in Karenz, 2000 1.461 Väter, 2001 1.589 Väter und im letzten Jahr bereits 2.286 Väter. Dieser Trend sei auf die Ausdehnung der Bezugsdauer auf drei Jahre zurückzuführen, so Haubner. "Mütter und Väter können als Betroffene das Kinderbetreuungsgeld am besten beurteilen", zeigte sie sich überzeugt. Eine Fallstatistik für das Kindergeld weise 11.677 Hausfrauen und 60 Hausmänner aus, 1.015 Studentinnen, 52 Studenten und 545 Schülerinnen.

"Ein flexibles Kindergeld-Modell, das Eltern, die früher wieder in den Beruf einsteigen, nicht benachteiligt", wünscht sich indes Prammer. Wer früher mit der Berufstätigkeit beginne, solle monatlich mehr Geld bekommen, insgesamt aber genauso viel, wie derjenige, der die Maximaldauer beanspruche. Auch zeitlich solle eine Flexibilisierung stattfinden: "Arbeitsrechtlich abgesicherte Bezugsmonate sollen aufgehoben und dann in Anspruch genommen werden, wenn es für Kind und Eltern sinnvoll ist".

28.3.2003 11:10