Finanzielle Abhängigkeit: Grund für Gewalt gg. Frauen
- Linzer Frauenhaus: Frauen müssen um jeden Euro bangen
Alarmierende Zahlen legte nun das Linzer Frauenhaus vor. Nicht nur, dass erstmals in der 20-jährigen Geschichte dieser Institution innerhalb eines Jahres über 100 Frauen mit ihren Kindern Schutz suchten - die Mehrheit der Misshandelten verfügte auch über kein eigenes Einkommen. "Gerade die finanzielle Abhängigkeit macht es diesen Frauen so schwer, aus einer Gewaltbeziehung auszubrechen", berichtet Dagmar Andree, Vorsitzende des Linzer Frauenhauses. Sie rät daher allen Müttern, berufstätig zu sein.
107 Schutz Suchende mit insgesamt 109 Kindern flüchteten im vergangenen Jahr vor ihren gewalttätigen Männern ins Linzer Frauenhaus. Nur ein Drittel davon verfügte über ein eigenes Gehalt. "Ökonomische Gewalt" als eine Form der Gewalt gegen Frauen sei nichts Seltenes, erklärt Andree. "Sie müssen sich viel gefallen lassen, nur weil sie um jeden Euro von ihren Partnern bangen müssen."
Verein für Frauen und Qualifikation
Die heile Familie, in der die Frau gut aufgehoben sei und in der der Mann für das Einkommen sorge, sei oft nur ein Märchen, so Andree. Daher habe sich ihre Einrichtung nun an den "Verein für Frauen und Qualifikation" (VFQ) gewendet, um Frauen ohne Ausbildung, Wiedereinsteigerinnen, älteren Arbeitnehmerinnen oder Frauen, die sich selbstständig machen wollen, mit Rat und Tat zur Seite stehen zu können.
Am 26. März veranstaltet das Linzer Frauenhaus gemeinsam mit dem VFQ unter dem Titel "Geld oder Leben" einen Vortrags- und Diskussionsabend im Kolpinghotel in Linz.
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
