Montag, 24. März 2003

Schanigarten-Saison 2003 offiziell eröffnet

  • Kaffeehaus-Vertreter wollen weniger Bürokratie
  • Häupl verspricht Runden Tisch

Bei strahlend schönem Wetter wurde am 24. März die Schanigarten-Saison 2003 offiziell eröffnet. Im ältesten Ringstraßencafe Wiens, dem Cafe Schwarzenberg, trugen Bürgermeister Michael Häupl und Wiens Wirtschaftskammerpräsident Walter Nettig (Bild) in traditioneller Art und Weise den "Schani" ins Freie. Ebenfalls fast schon traditionell sind die Forderungen der Kaffeehaus-Vertreter nach längeren Öffnungszeiten und weniger Bürokratie. Häupl versprach einen runden Tisch.

Der Fachgruppenobmann der Wiener Kaffeehäuser, Maximilian Platzer, sprach sich für die Vergabe von Dauerbewilligungen für Schanigärten aus. Es sei bürokratisch und unwirtschaftlich, wenn die Bewilligungen wie derzeit alle zwei Jahre neu verhandelt werden müssten. Ebenfalls auf der Wunschliste Platzers: Die Verlegung der Entscheidungskompetenz von den Bezirksstellen zu einer "neutralen, behördlichen Abteilung", eine bedarfsweise Ausdehnung der Schanigarten-Saison und eine flächendeckende Verlängerung der Sperrstunde auf 24.00 Uhr für alle Bezirke. Diskutiert werden sollen diese Anliege im Rahmen eines runden Tisches mit allen Beteiligten und den Rathausparteien.

Auf Ausgewogenheit achten
Der Bitte nach einem Gespräch komme er natürlich gerne nach, sagte Häupl. Schließlich gelte es, laufend zu prüfen, ob die bestehenden Regelungen den Ansprüchen noch entsprechen würden. Als Bürgermeister müsse er aber auch auf eine "Ausgewogenheit" achten. Eine "zentralistische Regelung" bei den Öffnungszeiten lehnte er klar ab. Es sei eine "vernünftige Lösung", die Entscheidung den Bezirksvorstehern zu überlassen, "weil das der Unterschiedlichkeit der Stadt Rechnung trägt".

Nettig zeigt "volles Verständnis"
Nettig zeigte zwar "volles Verständnis" für die Wünsche der Kaffeehaus-Vertreter, gab aber ebenfalls zu bedenken, dass eine "Stadt mit Augenmaß zu führen ist". Gewisse Reglementierungen müsse es geben, ansonsten drohe ein Schicksal wie beispielsweise in London, wo niemand mehr im Zentrum der Stadt leben wolle. Inoffiziell gebe es ohnedies laufend Gespräche mit der Stadtverwaltung, so Nettig - der sich bereits wiederholt dafür ausgesprochen hat, die Zahl der Schanigärten vor allem in der City nicht noch weiter zu erhöhen.

Einig waren sich alle Anwesenden, dass die Schanigärten ein Gewinn für Wirtschaft, Bevölkerung und für das Stadtbild sind. "Ein Kaffee, ein G'spritzter und ein gutes Tratscherl ist schon eine schöne Sache", meinte Häupl und erklärte die Schanigarten-Saison für eröffnet.

24.3.2003 13:28