Der Bildschirm von morgen ist eine Folie
- Dünn, dünner, Display - der Fernseher von morgen
- Nur Bruchteile eines Millimeters dünn
Der Fernseher hängt an der Zimmerwand wie ein Gemälde. Im Vergleich zur gerahmten Leinwand ist er jedoch viel leichter. Kein Wunder: Die eingefasste Folie, die den Bildschirm bildet, ist nur Bruchteile eines Millimeters dünn - vergleichbar mit einem menschlichen Haar. Der Betrachter des ultraflachen Displays kann auf einer Diagonale von 13 Zoll einen hoch aufgelösten und scharf kontrastierten Film oder eine Nachrichtensendung sehen. So könnte die nicht allzu ferne Zukunft aussehen.
Im Dezember ging im Dresdner Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme die weltweit erste Anlage in Betrieb, die die neue Display-Generation in Serie fertigen kann. Die maximale Größe der dort hergestellten Displays ist allerdings noch auf 30 mal 40 Zentimeter begrenzt.
So genannte organische Halbleiter gestatten den Forschern, in solche schmalen Dimensionen vorzustoßen und den Bildschirmen von morgen hauchzarte Konturen zu geben. Dabei werden extrem dünne Schichten organischer Moleküle auf ein Glassubstrat aufgedampft, die die Konzentration der beweglichen Elektronen steuern. Die Moleküle leuchten schließlich, wenn Strom fließt. Der Display funktioniert wie eine einzige große Leuchtdiode. Die Bildschirme haben den herkömmlichen Displays einiges voraus: kräftigere Farben und geringeren Energieverbrauch.
Die Folie wird zum Display
Einer der Vorteile besteht darin, dass die organischen Halbleiter preisgünstig auf große Flächen aufgebracht werden können. Damit wird die Folie zum Display. Daraus resultiert wiederum ein biegsamer Bildschirm, wenn auch seine Lebensdauer derzeit noch nicht konkurrenzfähig ist. Mehrere tausend Stunden Betriebszeit sind einfach noch nicht ausreichend.
Bislang ist der praktische Einsatz vor allem auf Handys und die Automobilindustrie begrenzt. Für die neuartige Technologie ist aber ein viel weiteres Anwendungsfeld in Sicht. So können z.B. Solarzellen damit ausgestattet werden. Eine solche Zelle sollte einen Wirkungsgrad von 20 Prozent und eine Betriebsdauer von 30 Jahren erreichen. Derzeit liegen diese Werte aber bei zwei Prozent und einer Betriebsdauer von einem Monat. Wird dieses Ziel verwirklicht, wäre die Herstellung von Wasserstoff durch Sonnenenergie in greifbare Nähe gerückt - zumindest der Anfang vom Ende fossiler Energiegewinnung. Für die dünnen Displays rückt die Zukunft dagegen in greifbare Nähe.
Weitere Informationen:
Cannes20:20
Zweite Goldene PalmeMichael Haneke gewinnt mit "Amour" den Hauptpreis bei den Filmfestspielen
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
Grand Prix von Monaco17:07
Webber holt Monte CarloAustralier ist sechster Sieger im sechsten Rennen. Gerüchte um Vettel-Wechsel.
