Oracle gibt verhaltenen Ausblick
- Dem drohenden Irakkrieg wird die Schuld gegeben
- Gewinn- und Umsatzplus im dritten Quartal erwartet
Die weltweit zweitgrößte Softwarehersteller, Redwood City, sieht noch keine nachhaltige Wende im Technologiebereich. Die Unternehmen seien bei IT-Investitionen weiterhin zurückhaltend, sagte der Finanzchef Jeff Henley bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal (28. Februar) 2002/03. Schuld sei unter anderem der drohende Irakkrieg, lautete die Begründung.
Für das dritte Quartal meldete Oracle dennoch ein Umsatzwachstum von zwölf Prozent auf Jahressicht. Dies sei im Wesentlichen durch die Veräußerung von Software-Upgrades an Altkunden erzielt worden, sagte Henley. Hingegen seien die Erlöse aus dem Verkauf neuer Softwarelizenzen - Schlüssel für das künftige Wachstum - um vier Prozent gesunken. Der Kurs der Oracle-Aktie fiel im nachbörslichen Handel auf 11,69 Dollar, nachdem die Aktie den regulären Handel bereits um 0,8 Prozent tiefer auf 12,25 Dollar geschlossen hatte.
Der Netto-Gewinn sei in den drei Monaten zum Ende Februar auf 571 Mio. Dollar (539 Mio. Euro) oder elf Cent je Aktie gestiegen, teilte der SAP-Konkurrent nach Börsenschluss mit. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatte Oracle einen Gewinn von 508 Mio. Dollar oder neun Cent je Aktie verzeichnet. Der Umsatz habe sich um 2,4 Prozent auf 2,31 Mrd. Dollar erhöht. Analysten hatten im Durchschnitt den Gewinn je Aktie mit zehn Cent und den Umsatz mit 2,31 Mrd. Dollar erwartet.
Im vierten Quartal erwartet Oracle ein Ergebnis je Aktie zwischen 0,12 und 0,15 Dollar im Vergleich zu 0,12 Dollar im Vorjahreszeitraum. Analysten rechnen derzeit mit 0,14 Gewinn je Aktie. Der Umsatz könne um bis zu sechs Prozent zurückgehen oder auch um zwei Prozent zulegen. Im vierten Quartal des vorangegangenen Geschäftsjahres erzielte Oracle Einnahmen von 2,8 Mrd. Dollar. Beim Umsatz mit Software-Lizenzen erwartet der Konzern einen Rückgang bis zu 15 Prozent oder eine Steigerung auf maximal fünf Prozent nach 1,15 Mrd. Dollar im Vergleichszeitraum.
Analysten hatten trotz Kriegsgefahr mit einer Prognose gerechnet, die eine deutliche Steigerung des Umsatzes vorsieht, da das vierte Quartal üblicherweise das stärkste des Geschäftsjahres ist.
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