Tiscali mit deutlich gesunkenem Nettoverlust in 2002
- Rückgang von minus 1,66 Mrd. auf minus 593 Mio. Euro
- Abwanderung der Kunden soll gestoppt werden
Der italienische Internet-Anbieter Tiscali hat im abgelaufenen Geschäftsjahr seinen Nettoverlust deutlich gesenkt und die jüngsten Geschäftsziele für 2003 bekräftigt. Der mit zuletzt 7,3 Mio. Kunden drittgrößte europäische Anbieter hinter T-Online und Wandadoo teilte mit, der Nettoverlust sei im Jahr 2002 auf 593,1 Mio. Euro von 1,66 Mrd. Euro im Vorjahr gesunken.
Im laufenden Jahr solle der Umsatz um rund 20 Prozent auf knapp 900 Mio. Euro wachsen. In der zweiten Jahreshälfte 2003 werde zudem erstmals ein positiver freier Cash-Flow erreicht.
Mitte Februar hatte Tiscali bereits die Geschäftszahlen für Umsatz und operatives Ergebnis für 2002 vorgelegt. Danach war vor Steuern, Abschreibungen, Zinsen und Amortisationen (Ebitda) knapp die Gewinnschwelle erreicht worden, nach einem negativen Ebitda im Vorjahr in Höhe von 170,4 Mio. Euro. Für 2003 werde ohne Berücksichtigung von Firmenwertabschreibungen ein positives Ergebnis nach Steuern und Zinsen angestrebt, hatte Firmenchef Renato Soru bei der Vorstellung der ersten Geschäftszahlen gesagt. 2005 soll erstmals ein Nettogewinn erwirtschaftet werden.
Aktienkurs zeigt nach oben
An der Börse legten die Tiscali-Aktien zu Wochenschluss in freundlichem Branchenumfeld um 2,7 Prozent auf 4,04 Euro zu. Analysten sagten, entscheidend für die Bewertung von Tiscali sei, dass das Unternehmen seine Geschäftsprognosen erreiche. Tiscali plant, bis Jahresende mehr als 600.000 Kunden mit einem schnellen DSL-Internet-Anschluss zu gewinnen. Ende 2002 hatte die Zahl der umsatzstarken DSL-Kunden bei 214.000 gelegen. "Das wahre Ziel für Tiscali muss sein, die Abwanderung der Kunden zu stoppen und vermehrt Kunden für die DSL-Technik zu gewinnen", sagte BNP Paribas-Analystin Alexandra Lord.
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