Betrügerische Pornoseiten-Betreiber aus Mafia-Kreisen
- Probeseiten hatten User virtuell gefangen genommen
- Strafen von bis zu 20 Jahren Haft drohen
·Unter Kontrolle
Freier Web-Verkehr stark eingeschränkt
·Tauschbörsen
Gefahr für Kinder durch KaZaA & Co.
US-Behörden ermitteln derzeit wegen eines großangelegten Betruges mit pornografischen Webseiten. Dabei sollen unter anderem ein Mitglied der Mafia-Familie Gambino, der Pornoseitenanbieter Bruce Chew und der Geschäftsmann Norman Chanes verwickelt sein.
Das australische Onlinemagazin News Interactive berichtet unter Berufung auf den US-Staatsanwalt Roslynn R. Mauskopf, dass User auf Websites mit Erotik-Inhalten über kostenlose Testangebote technisch in gebührenpflichtige Bereiche gezwungen worden sind.
Unter dem Vorwand des Jugendschutzes musste der Nutzer eine Altersprüfung vor sich nehmen. Dies geschah durch die Eingabe einer Kreditkartennummer. Doch anstatt auf kostenlose Probeseiten zu gelangen wurden die User quasi virtuell gefangen genommen. Über Scriptcodes wurden auf den vermeintlichen Probeseiten die Steuerelemente des Internet Explorer vollständig abgeschaltet. Für technisch nicht versierte Nutzer gab es somit keine Möglichkeit mehr, den Bereich einfach zu verlassen. Lediglich ein Link in das gebührenpflichtige Angebot war noch vorhanden, der von zahlreichen Besuchern der Seite geklickt wurde.
Erst gegen "Lösegeld" wieder frei gekommen
Dies führte jeweils zur Abbuchung von 59,99 Dollar vom Konto des betroffenen Users. Insgesamt soll dadurch nach Angaben des Staatsanwalts ein Schaden in der Höhe von 230 Millionen Dollar entstanden sein. Nach Anzeigen bei der Polizei durchsuchten die Behörden die privaten Wohnsitze und Büros der Beteiligten. Dabei kamen Verbindungen von Chew's Firma Crescent Publishing Group mit der organisierten Kriminalität ans Licht.
Den Beteiligten drohen nun maximale Strafen von 20 Jahren Gefängnis. Chew selbst war bereits in der Vergangenheit wegen dubioser Taktiken aufgefallen. 2001 musste der Pornoanbieter 30 Millionen Dollar Strafe an das US-Handelsministerium zahlen, weil er bereits damals Gebühren über kostenlose Testangebote erschlichen hatte.
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