Mittwoch, 19. März 2003

Hermann Maiers Zukunft: Herminators Nagelprobe

  • Im NEWS: Maier-Video-CD - Die besten Szenen des Maier-Videos
  • PLUS: Die Chronologie - Vom Unfall zum Comeback

Maiers Zukunft: Der Salzburger stellt schon jetzt die Weichen für die nächste Saison. Wie er trainiert, was er plant. Und: Was er von den Versicherungen noch kassiert. Das Interview: In NEWS redet Maier über seine nächsten Ziele, seine lebensgefährlichen Verletzungen und das Duell mit Erzrivale Stephan Eberharter.

Hermann Maier hält das Relikt aus seinen schlimmsten Wochen in Händen: einen bläulich glänzenden Nagel aus Titanstahl, 36 Zentimeter lang, kaum dicker als ein Bleistift. 18 Monate stützte der 1.000 Euro teure „Nagel“ das gebrochene rechte Schienbein.

Vor drei Wochen zog ihm Leibarzt Arthur Trost das Ding aus dem Knochen, jetzt – beim NEWS-Interview – macht Maier den Härtetest. Für den Fotografen beißt er in das Erinnerungsstück seiner Rekonvaleszenz und grinst: „Hoffentlich is der g’scheit sterilisiert.“

Mit den Gedanken ist er ohnehin schon viel weiter: „Alles, was ich bis jetzt gemacht hab, war nur ein Probieren, ein Anreißen, nicht mehr. Im nächsten Winter, da geb ich Vollgas.“

PR-Star Maier
Und es wäre nicht Maier, würde sich der Superstar nicht auch medial perfekt in Szene setzen. Montag talkt der Flachauer bei Reinhold Beckmann (ARD, 23 Uhr), am selben Tag erscheint der Film über das Comeback des Jahres als DVD und Videokassette im österreichischen Handel. Die Doku „Hermann Maier – Der Weg zurück“ zeigt alle Phasen seiner „Auferstehung“, von den ersten Tagen im Krankenhaus bis zum Triumph in Kitzbühel. In Nahaufnahme: Noch nie hat ein Sportstar der Öffentlichkeit derart intim Einblick gewährt, vom Chirurgenwerk an seinem Trümmerbein bis hin zu den finalen Freudentränen am Hahnenkamm.

Niemand zweifelt am Verkaufserfolg des Videos, ÖSV-Boss Schröcksnadel verhandelt derzeit mit den bestbietenden europäischen TV-Stationen.

Ebenso sicher ist: Der Herminator setzt wieder einmal neue Maßstäbe. Auch im Aufbau für die nächste Saison wird diesmal nichts dem Zufall überlassen. Schon in den nächsten Tagen wird sich Heinrich Bergmüller, Leiter des Olympiastützpunktes Obertauern und seit sechs Jahren zuständig für die Fitness des Flachauers, mit Maiers Privattrainer Andi Evers und ÖSV-Herrenchefcoach Toni Giger zusammensetzen, um das endgültige Programm punktgenau zu besprechen.

Power-Training
Bis zu zehn Stunden täglich wird dann der Ski-Superstar am Stück in Obertauern verbringen. Kein Problem, denn Bergmüller weiß: „Der Hermann ist hungrig und brennt schon wieder so richtig aufs Trainieren.“

Kleiner Auszug aus Maiers Powerplan:

  • Schon für sein Comeback hat der Salzburger Ausnahmeathlet in 1.030 Trainingsstunden 806 Tonnen Gewicht für Oberkörper und Beinmuskulatur gestemmt,

  • über 10.000 Kilometer am Ergometer gestrampelt

  • und insgesamt 2.023 Laktatkontrollen über sich ergehen lassen.

    Trotzdem fehlen Maier, laut Bergmüller, noch 20 bis 30 Prozent zu seiner Bestform. Der Fitnesscoach beruhigt umgehend: „Wir haben genügend Zeit, und ich bin mir sicher, dass wir ihn wieder genau dorthin bringen, wo er schon war.“

    Walter Unterweger

    Die ausführliche Story lesen Sie im neuen NEWS.

    Außerdem:

  • Maier: "Habe eine große Zukunft vor mir"
  • Maiers Comeback jetzt als DVD und NEWS-CD

    19.3.2003 14:42