Peymann in NEWS: Weg aus Berlin, nie wieder Wien

Claus Peymann, vormals Burgtheaterdirektor und heute Leiter des Berliner Ensembles, will die deutsche Hauptstadt im Juli 2004 verlassen, weil die ihm zugesagten Geldmittel der Lotto-Stiftung nicht mehr zur Verfügung stehen. Im morgen erscheinenden NEWS spricht er über seine Zukunft, die ihn überallhin, nur nicht nach Wien führen wird. Peymann will als freier Regisseur arbeiten. Angebote für Theater und Oper gebe es aus aller Welt.
Nach Wien allerdings werde er in keiner Eigenschaft zurückkehren. Peymann in NEWS über das demnächst vakante Volkstheater: "Das kommt doch nicht in Frage! Ich habe im Burgtheater Europapokal gespielt. Glauben Sie, ich gehe in die Bezirksliga Wien-Neubau?"
Am Burgtheater will er nicht mehr inszenieren: "Das ist Quatsch, da passe ich gar nicht hinein. Das ist doch nicht das Theater, das ich möchte! Das sieht doch jedes Kind, dass das ein Luxushotel ist, wo alle einziehen können, die gerade mal in der Zeitung stehen. Ein Haus ohne Seele, wie ich es immer prophezeit habe."
Unwirsch äußert sich Peymann in NEWS auch über die Staatsoper: "Das ist doch rufschädigend, dort zu arbeiten! Mit diesen Leuten habe ich gar nichts im Sinn. Es gibt sehr gute Opernhäuser in der ganzen Welt. Warum muss es gerade eines der schlechtesten sein?"
Was Berlin betreffe, so habe er "keine Lust, mich über Herrn Wowereit zu ärgern. Ich gehe davon aus, dass er um mich werben muss. Gute Direktoren gibt es ziemlich wenige, regierende Bürgermeister von Berlin kann ich Ihnen zwei Dutzend aus jeder Tasche zaubern."
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