Mittwoch, 19. März 2003

Rieder: Zweifel an Opernbespielung des
Theaters an der Wien

Die vor einem Jahr bekannt gegebene Opernbespielung des derzeit als Musical-Haus genutzten Theaters an der Wien ab dem Mozart-Jahr 2006 ist wieder fraglich geworden. Das berichtet NEWS in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe unter Berufung auf den Wiener Vizebürgermeister und Finanzstadtrat Sepp Rieder.

Rieder zum Stand der Planung "Ich kann derzeit nicht mit gutem Gewissen sagen, dass das, was vorgelegt wurde, wirtschaftlich plausibel ist. Bei aller künstlerischen Qualität."

Nur 100 Tage Bespielung geplant
Vor kurzem war bekannt geworden, dass das noch nicht finalisierte Konzept nur etwa 100 Tage Bepielung pro Jahr vorsieht. Rieder in NEWS: "Ökonomisch ist eine solche Anhäufung von Schließtagen nicht darstellbar. Ich schließe eine klassische Variante aus, wenn die Abgänge betriebswirtschaftliche Dimensionen erreichen, die nicht finanzierbar sind."

Laut Rieder könnte das Haus auch nur zu besonderen Anlässen wie dem Mozart-Jahr der Klassik überantwortet, ansonsten aber weiter nach dem derzeitigen Mischbetrieb aus Musical und E-Musik geführt werden.

"Mehr Qualität bedeutet mehr Schließtage"
Kulturstadtrat Mailath-Pokorny, der die Klassik-Bespielung besonders betrieben hatte, verweist darauf, dass das Konzept erst 2004 fertig sein werde."Mehr Qualität bedeutet mehr Schließtage. Auch die Mailänder Scala spielt nicht ganzjährig. Das ist europäischer Standard. Die Fixierung gegen Schließtage ist eine typisch österreichische und wurde seinerzeit gegen Peymann als Keule verwendet."

Landesmann selbst spricht in NEWS von einem Missverständnis: Die 100 Tage Bespielung bezögen sich auf das Mozart-Jahr, anschließend könne auch öfter gespielt werden. Über die Finanzierbarkeit könne er nichts sagen. "Ich rechne nur die Kosten aus, dann entscheiden die Politiker."

19.3.2003 12:12