Freitag, 21. März 2003

Spritpreise sinken erneut, OPEC-Öl wieder teurer

  • Benzin um 1 Cent, Diesel um 3 Cent billiger
  • Autofahrer-Clubs: Spritpreis-Senkung zu gering

Gute Nachricht für Österreichs Autofahrer. Die OMV hat am Freitag erneut die Spritpreise gesenkt. Wie die OMV mitteilte, sind die Richtpreise für Benzin, Super und Super Plus mit heutiger Wirkung um je 1 Cent pro Liter reduziert worden. Die Preise für Diesel und Heizöl sanken um 3 Cent je Liter.

Niedrigere Rohölpreise und Rotterdamer Produktnotierungen hätten einen Spielraum für eine Senkung der Treibstoffpreise eröffnet, so die OMV.

Die neuen OMV-Richtpreise betragen nun für Benzin maximal 0,929 Euro, für Eurosuper 0,949, und für Super Plus 1,009 Euro. Diesel kostet 0,864 Euro und Ofenheizöl 0,520 Euro je Liter.

Autofahrerclubs: Preissenkung zu gering
Auch die heutige Senkung der Treibstoffpreise ist nach Meinung der beiden Autofahrerclubs ÖAMTC und ARBÖ zu gering ausgefallen. Schon die vorletzte Benzinpreissenkungsrunde vom 28. März sei um einen Cent zu gering gewesen, betonte der ARBÖ am Freitag unter Berufung auf eigene Berechnungen. In einer Aussendung sprach sich der ARBÖ heute für eine "faire" Weitergabe der sinkenden Öl-Produktpreise aus. "Sollte die nun erfolgte Preissenkung für Benzin und Diesel wieder nicht ausreichen, um die tolerierten Mehrkosten (Nettopreisdifferenz) nicht zu überschreiten, ist die nächste Preisrunde vorprogrammiert."

Dass die Spritpreise in Kriegszeiten sinken, sei ein bekanntes Phänomen. Schon beim ersten Golfkrieg Anfang 1991 seien die Ölpreise während des Kriegs gesunken. "Die Kriegstangente mussten die Autofahrer - diesmal wie damals - allerdings trotzdem zahlen: Monate vor Ausbruch des Krieges mit stark gestiegenen Treibstoffpreisen", kritisierte der ARBÖ. Auch der ÖAMTC fordert von der heimischen Mineralölwirtschaft weitere Preissenkungen - in der Höhe von mindestens 2 Cent pro Liter.

Vergleiche mit den aktuellen EU-Preisen zeigten, dass die heimischen Nettopreise bei Benzin gemeinsam mit Italien, Holland und Irland zu den teuersten zählen. Noch schlechter lägen die österreichischen Nettopreise für Diesel und zwar an drittletzte Stelle hinter Finnland und Italien.

Preis für OPEC-Öl wieder gestiegen
Nach einem drastischen Preisrückgang in den letzten Wochen ist Öl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) wieder teurer geworden. Ein Barrel (159 Liter) habe am Donnerstag im Schnitt 26,00 Dollar (24,3 Euro) gegenüber 25,76 Dollar am Tag davor gekostet, berichtete das OPEC-Sekretariat laut dpa am Freitag in Wien. Das Kartell strebt einen Richtpreis zwischen 22 und 28 Dollar an.

21.3.2003 10:49