Donnerstag, 20. März 2003

Boom am Bau: Produktionswert wuchs im 1. Halbjahr um 10%

  • Österreichische Bauwirtschaft Europameister im Wachstum

Boom am heimischen Bau: Die lange Zeit marode heimische Bauwirtschaft hat im vergangenen Jahr ein deutliches Lebenszeichen von sich gegeben. In den ersten sechs Monaten 2003 hatte Österreich sogar das höchste Produktionswachstum unter allen EU-Ländern einschließlich der Beitrittskandidaten Tschechien, Ungarn und Slowakei aufzuweisen.

Die stärksten Wachstumsimpulse kamen aus dem Tiefbau, wo sich die Produktion gar um zwölf Prozent erhöhte. Aber auch der Hochbau befand sich mit einem Plus von 5,7 Prozent im Steigflug. Die Zahl der in der inländischen Branche Beschäftigten stieg demnach um vier Prozent auf 181.079.

Ganz an der Spitze befindet sich die Alpenrepublik im europäischen Vergleich für das zweite Quartal 2003, in dem der für Österreich erhobene Produktionsindex um 6,7 Prozent wuchs - der EU-weit mit Abstand höchste Wert. Die österreichische Branche überflügelte damit auch die Kollegen aus den EU-Beitrittsländern Tschechien, Ungarn und Slowakei, die Zuwachsraten um die 2 Prozent zu verzeichnen hatten. In Deutschland brach die Produktion um mehr als sechs, die Beschäftigung um beinahe elf Prozent ein. Das durchschnittliche Wachstum in der EU lag für das zweite Quartal bei mageren 0,7 Prozent.

Die Erträge der österreichischen Bauwirtschaft dürften sich freilich weiterhin unter Druck befinden. Grund: Die Preise haben - zumindest bis Mitte 2003 - mit den steigenden Kosten nicht Schritt gehalten. "Während das Niveau von Baupreisen und Baukosten im Durchschnitt der EU-15 in den vergangenen Jahren sehr konstant verlief, nimmt die Differenz zwischen Preis- und Kostenniveau in Österreich zu", schreibt die Statistik Austria.

Regional gesehen hat sich im ersten Halbjahr 2003 die Bauwirtschaft am stärksten in Salzburg (+18,7 Prozent) und Wien (+16,7 Prozent) entwickelt, in Tirol schrumpfte sie dagegen um 5,1 Prozent. (APA/Red.)

20.3.2003 09:48