ÖBB müssen 300 Mio. Euro bis 2004 einsparen
- Zimmermann: Großteil der Einsparungen in Infrastruktur
- Nichtbau der Koralmbahn "eine der Möglichkeiten"
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ÖBB-Chef bekräf- tigt Sparprogramm
Die ÖBB ziehen Konsequenzen aus Einsparungsvorgaben der Regierung. 200 Millionen Euro sind die Sparvorgaben für die Bundesbahnen in diesem Jahr. "Im nächsten Jahr kommt wahrscheinlich noch einmal ein Schwung von 100 Mio. Euro dazu", sagte der im November des Vorjahres neu bestellte ÖBB-Infrastruktur-Vorstandsdirektor Alfred Zimmermann am Mittwoch. Ein wesentlicher Sparansatz: Man müsse sich die "Bauvorhaben anschauen". "Die Koralmbahn nicht zu bauen, ist eine der Möglichkeiten", betonte der Infrastruktur-Chef.
Prinzipiell sei der Generalverkehrsplan nach wie vor gültig, aber die Rahmenbedingungen - in finanzieller Hinsicht - hätten sich geändert. "Wir würden liebend gern bauen, aber wenn wir nur so viel Geld bekommen, müssen wir die Vorhaben reihen", sagte Zimmermann. Im Personalbereich werde die Flexibilität der Mitarbeiter - zeitlich, aber auch in Zusammenhang mit den Funktionen - gefordert sein. Pro Jahr wollen die ÖBB bis 2006 nach jüngsten Angaben 1.500 Mitarbeiter abbauen.
Drei Ziele
Der neue Infrastruktur-Vorstandsdirektor nannte drei Ziele in seinem Bereich: Man müsse sich Kundenbedürfnissen und Markterfordernissen anpassen, die Effizienz sei zu steigern, schließlich müssten Sicherheit und Qualität verbessert werden. Zum letztgenannten Punkt erklärte Zimmermann, die Regelwerke seien zu überprüfen, die Mitarbeiter zu schulen und die Technologie zu verbessern. Ein Mittel dazu ist das "European Train Control System" (ETCS) Level eins, das heute vorgestellt wurde und auf der Strecke Wien-Nickelsdorf getestet wird.
Neues System ETCS
In den nächsten fünf Jahren sollen 2.500 Kilometer Gleis mit ETCS Level eins ausgerüstet werden. Das kostet 200 Mio. Euro - laut Zimmermann so viel wie sieben Kilometer Tunnelbau. Mit dem neuen System kann der Triebwerksführer lückenlos überwacht werden. Helmut Steindl, Leiter des ÖBB-Geschäftsbereichs Signal- und Systemtechnik, nannte die Einführung des Systems einen "Quantensprung".
ETCS Level zwei ist Steindl zufolge in Österreich nicht zielführend, da speziell für den Hochgeschwindigkeitsverkehr konstruiert. Der Bereichsleiter: "Wir erreichen alle unsere Anforderungen mit ETCS Level eins auf lange, lange Zeit." Insgesamt sind von den ÖBB rund 400 bis 500 Fahrzeuge für ETCS Level eins auszurüsten.
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