Dienstag, 18. März 2003

Krieg löst Unsicherheit ab

  • Weltbörsen setzen Aufschwung fort

Massive Kursgewinnen zeigten die internationalen Leitbörsen in der Handelswoche des Kriegsbeginns im Irak und setzten damit die letzte Wochen begonnene, steile Aufwärtsbewegung fort. Börsianer sehen im Wegfall der zuvor die Märkte beherrschenden Unsicherheit den Auslöser für die positive Entwicklung. An allen 17 westeuropäischen Märkten stiegen die Indizes in dieser Woche, die New Yorker Börse zeigte sich am Freitag gemessen am Dow Jones bereits den achten Tag in Folge in der Gewinnzone.

"Momentan wird der perfekte Krieg eingepreist", meint die Chefanalystin des Asset Management der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), Monika Rosen. Das bedeute, der Krieg endet schnell und bleibt regional begrenzt. Die Kriegsprämie sei aus den Kursen gewichen, sowohl bei Aktien und Anleihen, als auch bei Rohstoffen wie Gold und Erdöl. Allerdings bleibe die Frage, ob "die Euphorie fundamental gerechtfertigt ist für diesen und weitere Anstiege", zeigt sich Rosen zurückhaltend.

"Nächste Woche wird wohl der Krieg das Thema an den Börsen bleiben", meint Rosen. Die Reaktion der Märkte werde von der Nachrichtenlage und den in die Wohnzimmer gelieferten Bilder des Kriegs abhängen. Auch die Aktienexperten der Erste Bank erwarten, dass sich die Kurse in erster Linie am Kriegsverlauf orientieren. Rasche Fortschritte der US-Streitkräfte sollten für weitere Kurszuwächse sorgen.

Optimistischer geben sich die Analysten der Raiffeisen Zentralbank (RZB): "Obwohl die US-Märkte bereits stark zugelegt haben, glauben wir, dass in den nächsten Wochen noch genug Aufwärtspotenzial vorhanden ist. Wir sehen daher eine Kaufempfehlung gerechtfertigt."

Im April beginnt die Berichtssaison der US-Unternehmen zum ersten Quartal, spätestens dann sollten die Märkte ihren Fokus laut Marktteilnehmern wieder auf die Fundamentaldaten richten. Aktuell erwarten die Analysten im Schnitt einen Gewinnanstieg von 7,2 Prozent, zu Jahresbeginn war noch mit 12 Prozent gerechnet worden.

In Europa zeigten sich alle Branchen im Wochenvergleich im Plus. Wegen des fallenden Ölpreises erzielten die Chemiewerte die deutlichsten Gewinne, gefolgt von Autotitel und Technologiewerten. Eher geringe Aufschläge weisen Versicherer und Energietitel aus.

Bis 17:30 Uhr gewann der DAX im Wochenvergleich 11,9 Prozent auf 2.689 Punkte, während sich der Eurostoxx-50 mit einem 7,5-prozentigen Wochenplus auf 2.235 Zähler begnügen muss. Der Dow Jones notierte mit 8.354 Einheiten um 6,3 Prozent höher. Vergleichsweise geringste Aufschläge wurden in Tokio verzeichnet, wo der Nikkei-225 um 2,4 Prozent auf 8.195 Punkte zulegte.

18.3.2003 15:45