Sonae Imobilaria möchte Shopping-Konzept umsetzen
- Unternehmen "überrascht und enttäuscht" nach Wien-Mitte-Aus
- Rieder schließt Finanzspritze an Bauträger aus
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So sollte das Projekt aussehen...
Sonae Imobiliaria möchte an dem für Wien-Mitte geplanten Shopping-Konzept festhalten. Das aus Portugal stammende Unternehmen entwickelt und betreibt Einkaufszentren. In Wien-Mitte plant die Firma einen Shopping- und Entertainementbereich auf dem Areal des Bahnhofes. Seitens der Stadt Wien wird es keine finanzielle Unterstützung an den Wien-Mitte-Investor B.A.I. (Bauträger Austria Immobilien) geben.
"Überrascht und enttäuscht" zeigte sich das Unternehmen nach dem Aus für das Hochhaus-Großprojekt Wien-Mitte. Die Entscheidung des Bauträgers B.A.I sei nicht mit Sonae abgestimmt worden, hieß es in einer Aussendung.
"Wir bedauern, dass die mit uns bisher positiv wirkenden Projektbeteiligten an Wien-Mitte durch die öffentliche Diskussion verunsichert werden", kritisierte ein Sprecher des Unternehmens in Düsseldorf. Sonae stehe aber nach wie vor zum Projekt und möchte ihr Konzept realisieren, wurde betont.
Mit der Stadt Wien sei man sich einig, dass die städtebauliche Notwendigkeit des "Shopping/Leisure/Entertainment-Centers" als Leitprojekt in Wien unbestritten sei. Die am Projekt beteiligten lokalen Akteure müssten jedoch "ihre Ansprüche und Vorstellungen an die wirtschaftlichen Notwendigkeiten des Gesamtprojektes anpassen".
Finstere Drohungen
Die bisherige öffentliche Diskussion "ist unseres Dafürhaltens geeignet, dem Renommee des Investitionsstandortes Wien bei ausländischen Investoren nachhaltige irreversible Schäden zuzufügen", wurde gewarnt. In Klartext übersetzt: "Wenn ihr euch weiter so sträubt, bauen wir bald nichts mehr bei euch." Sonae Imobiliaria wird laut eigenen Angaben in den nächsten Wochen nochmals mit allen Beteiligten mögliche Lösungsansätze diskutieren, um ihr Projekt in Wien-Mitte umzusetzen.
Keine Geldgeschenke an Großinvestor
Die Stadt Wien wird den Wien-Mitte-Invester B.A.I. nicht mit einer großzügigen Finanzspritze abfinden, um womöglich doch noch die Realisierung der umstrittenen und inzwischen abgesagten Bahnhofsüberbauung zu erreichen. Das hat Wiens Finanzstadtrat Sepp Rieder klar gestellt.
Möglich sei lediglich eine Beteiligung an der Erneuerung des heruntergekommenen Bahnhofs selbst - allerdings nur, wenn die ÖBB und der Bund mitzahlen.
Rieder schwebt ein Infrastrukturgesamtpaket vor: Darin soll die Realisierung des Zentralbahnhofs und weitere Bahnhofsprojekte ebenso enthalten sein wie der weitere Ausbau der U-Bahn. Daneben geht es auch um einen neuen Verkehrsdienstvertrag für Wien, mit dem etwa Intervallverdichtungen auf der Flughafenschnellbahn S7 oder der S80 vereinbart werden sollen. Wie hoch der Wiener Anteil insgesamt sein könnte, wollte Rieder vorerst nicht bekannt geben. Gerade bei den Bahnhofsprojekten seien jedenfalls private Investoren wichtig.
Um eine Gesamteinigung zu erzielen, werde auf mehreren Ebenen verhandelt, so der Stadtrat: Derzeit suche man das Gespräch mit dem neuen Verkehrsminister Hubert Gorbach (F), gleichzeitig werde mit dem ÖBB-Vorstand verhandelt. Die zentrale Person in der Frage der finanziellen Beteiligung des Bundes sei allerdings Finanzminister Karl-Heinz Grasser, betonte Rieder.
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