RWE bereitet Aktionäre auf schrumpfenden Gewinn vor
- Jahresüberschuss sank 2002 um über ein Fünftel
- 2003 zum "Jahr der Konsolidierung" erklärt

Der Gewinn beim zweitgrößten deutschen Energieversorger RWE, der in Österreich rund ein Drittel an der Kärntner Kelag hält, ist im vergangenen Jahr um mehr als ein Fünftel geschrumpft. Wie das Unternehmen am Montag in Essen mitteilte, blieb unter dem Strich noch ein Jahresüberschuss von 1,05 Mrd. Euro. Dies waren 22,2 Prozent weniger als im Jahr 2001.
Das Ergebnis aus dem laufenden Geschäft stieg dagegen aufgrund von Zukäufen um 15,3 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro. Damit lag RWE über den bisherigen Vorhersagen. Für das laufende Jahr geht der Konzern von einem nochmals deutlichen Einbruch beim Nettogewinn bei gleichzeitig zweistellig steigendem Betriebsergebnis aus.
Der neue Konzernchef Harry Roels kündigte eine umfassende interne Umstrukturierung des Konzerns an. Der Aufsichtsrat habe die aktuelle Konzernstruktur bei einem Treffen am 13. März einer sorgfältigen und kritischen Analyse unterzogen und den Vorschlag gebilligt, bis zum Sommer ein Reformkonzept vorzulegen. Nähere Angaben machte Roels, der seit Februar die Konzernführung inne hat, zunächst nicht. In den Medien war im Vorfeld über eine Radikalsanierung spekuliert worden, die bis zu 10.000 Arbeitsplätze kosten könnte. Dies war von RWE vehement dementiert worden.
Der Umsatz bei RWE sank im vergangenen Jahr um 7,4 Prozent auf 46,6 Mrd. Euro. Der deutlich niedrigere Nettogewinn spiegle "wie erwartet den Aufwand für die Aquisitionen im Kerngeschäft wieder", erklärte der Konzern. Belastet hätten dabei vor allem Finanzierungsrisiken und Abschreibungen. "Hinzu kamen Auswirkungen der schwachen Konjunktur und der desolaten Lage an den Finanzmärkten." Teilweise ausgleichen konnte RWE dies durch den Verkauf des Raffinerie- und Tankstellengeschäfts an Shell. Die zweistellige Steigerung beim Betriebsergebnis kam vor allem durch die erstmalige Berücksichtigung von Zukäufen wie des britischen Energieversorgers Innogy und der tschechischen Transgas zustande.
Nach drei Jahren, die von Zukäufen geprägt waren, erklärt RWE 2003 nun zum "Jahr der Integration und Konsolidierung". Dabei erwarte der Konzern "einen weiteren zweistelligen Zuwachs im betrieblichen Konzernergebnis". Das Nettoergebnis einschließlich Abschreibungen werde dagegen "aus heutiger Sicht um 25 bis 30 Prozent unter dem Vorjahreswert von 1,05 Milliarden Euro liegen". Der sinkende Nettogewinn spiegle "die Kosten des starken externen Wachstums" wider, betonte RWE. Vor Abschreibungen werde der Gewinn mit 1,83 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau liegen. Voraussetzung sei aber, "dass es nicht zu Belastungen durch ungünstige Währungsrelationen, Aktienkurse, Öl- und Gaspreise oder negative Entwicklungen auf dem Aktienmarkt kommt".
Auf die Dividende wirkten sich die sinkenden Gewinne bei RWE bisher nicht aus. Der Aktionärsbonus soll mit einem Euro pro Anteil unverändert bleiben, wie das Unternehmen bereits am Freitag mitteilte. Gleichzeitig beteiligt RWE die Aktionäre mit 10 Cent pro Aktie an den Einnahmen von rund 1,35 Mrd. Euro aus dem Raffinerie- und Tankstellenverkauf.
Cannes20:06
Zweite Goldene PalmeMichael Haneke gewinnt mit "Amour" den Hauptpreis bei den Filmfestspielen
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
Grand Prix von Monaco17:07
Webber holt Monte CarloAustralier ist sechster Sieger im sechsten Rennen. Gerüchte um Vettel-Wechsel.

