Montag, 17. März 2003

Rapid erreicht vs. Admira daheim nur blamables 0:0

  • Nach vier Frühjahrspartien bei drei Punkten und einem Tor
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Im enttäuschenden torlosen Heimremis von Rapid Wien im Nachtragsspiel der 22. Runde in der österreichischen Fußball-Bundesliga am Dienstag gegen Admira/Wacker wurden die Schwächen des Rekordmeisters schonungslos aufgedeckt. Die Hütteldorfer sind nicht in der Lage, einem defensiv eingestellten Gegner ihr Spiel aufzuzwingen, Leistungsträger laufen ihrer Form nach und selbst altbekannte Tugenden wie Kampfgeist und Einsatzfreude treten nur phasenweise zum Vorschein - die logische Schlussfolgerung und gleichzeitig wohl schmerzvollste Erkenntnis: Rapid ist in derzeitiger Verfassung nicht reif für Europa.

Vor dem Frühjahrsstart hatten die Grün-Weißen noch selbstbewusst ihre Anwartschaft auf den Vize-Meistertitel und damit einen Champions-League-Qualifikationsplatz betont. Vier Spiele, keinen Sieg und nur ein erzieltes Tor später stehen die Zeichen bei zehn Punkten Rückstand auf Pasching und sechs auf Sturm eher auf nationales Mittelmaß denn auf Rückkehr auf die internationale Bühne. "Im Moment scheint Platz zwei hochgesteckt, da können wir nur davon träumen, aber die Saison ist noch lang. Wir denken von Spiel zu Spiel, vielleicht ergibt sich noch eine Gelegenheit", hat Rapid-Trainer Josef Hickersberger seinen Optimismus noch nicht verloren.

Admira dem Sieg näher
Tabellenschlusslicht Admira war in den zweiten 45 Minuten (Hickersberger: "Darüber will ich eigentlich den Mantel der Nächstenliebe breiten") dem Sieg näher als Rapid. "Da haben wir kaum Zweikämpfe gewonnen und nach vorne zu wenig Akzente gesetzt. Vielleicht haben wir uns in der ersten Hälfte tot gelaufen, vielleicht hat uns manche Schiedsrichter-Entscheidung aus dem Konzept gebracht. Es ist aber offensichtlich, dass manche Spieler ihr Potenzial nicht ausschöpfen, daher krankt das Zusammenspiel", erkannte der frühere ÖFB-Teamchef, der das Verhalten der Fans bemängelte. "Es hilft nichts, wenn wir den Ball haben und die Zuschauer rufen "Wir wollen euch kämpfen sehen'. Mit dem Ball muss man Fußball spielen."

Große Fortschritte bei den Südstädtern
Der Rapid-Trainer zollte aber auch dem Gegner Lob. "Diese Admira kann man nicht mit der Mannschaft von früher vergleichen. Sie haben große Fortschritte gemacht, sind für mich kein Abstiegskandidat." Auch wenn die Mödlinger von ihren jüngsten sechs Spielen nur eines verloren, sind sie dennoch derzeit nur auf Rang zehn zu finden. Allerdings punktegleich mit Bregenz und nur drei Zähler hinter Kärnten.

Tor von Hatz aberkannt
Die Niederösterreicher wiederum freuten sich zwar über den gewonnen Punkt, ärgerten sich aber über den wegen angeblichen Foulspiels aberkannten Treffer von Hatz in der 75. Minute. "Das Tor war regulär", meinte Teamchef Raschid Rachimow. Auch der Ex-Rapidler verstand die Entscheidung des schwachen Schiedsrichters Hoffmann nicht. "Das Tor hätte zählen müssen, eigentlich wurde ich selbst gehalten." Der Referee hatte aber einen Regelverstoß des Ex-Rapidlers, der übrigens sein 50. Match für die Admira bestritt, gesehen. Dabei blieb er auch nach dem Schlusspfiff.

Josef Hickersberger (Rapid-Trainer): "In der ersten Hälfte haben wir gegen eine defensiv starke und gut organisierte Mannschaft eine taktisch gute Leistung geboten. In der zweiten hatte ich aber den Eindruck, dass die Admira stärker und gefährlicher war als Rapid. Wir haben keine Zweikämpfe gewonnen und nach vorne viel zu wenig Akzente gesetzt."

Raschid Rachimow (Admira-Trainer): "In der ersten Hälfte war Rapid stärker, in der zweiten hatten wir die besseren Chancen. Besonders hat mir gefallen, dass meine Mannschaft gut organisiert war. Das Tor von Hatz war regulär."

Rapid Wien - VfB Admira/Wacker Mödling 0:0
Wiener Gerhard Hanappi-Stadion, 4.800 Zuschauer, SR Hoffmann.
Rapid: Payer - Markus Hiden (70. Sobotzik), Laursen, Knez, Jazic - Hofmann, Prisc, Herzog, Ivanschitz - Wallner (66. Rene Wagner), Vico (56. Kienast)
Admira: Knaller - Hatz, Zingler, Troyansky (67. Ziervogel) - Bozgo, Iwan, Ledwon, Suchard, Katzer - Olszar (92. Misura), Markovic
Rote Karte: Rene Wagner (91./Schiedsrichterbeleidigung)
Gelb-Rote: Jazic (87./Foul)
Gelbe Karten: Kienast bzw. Katzer, Iwan, Troyansky, Suchard, Hatz

17.3.2003 13:19