Freitag, 21. März 2003

ÖSV-Adler im Teambewerb in Planica Dritter

  • Finnen siegten vor Norwegern
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Zum vierten Mal wurde in Planica ein Skiflug-Teambewerb ausgetragen, für Österreich reichte es am Freitag aber wieder nicht zum Sieg. Am Ende musste das Team sogar froh sein, als Dritter einen Platz auf den Podest erreicht zu haben. Der Sieg ging an die starken Finnen, die sich letztlich ein Duell mit den Norwegern um die 400 Punkte für den Nationencup lieferten. Beide Nationen schafften bei acht Flügen je sieben 200-m-Flüge, teilweise wieder weit darüber hinaus.

Vor allem Veli-Matti Lindström (225,5 im zweiten Durchgang) und Weltrekordler Matti Hautamäki (224,0/im zweiten) kratzten dabei wieder stark an der erst am Vortag durch Hautamäki aufgestellen 227,5-m-Bestmarke. Lindström hatte im Probedurchgang mit einem sensationellen Flug auf 232,5 Meter beeindruckt, "rodelte" aber nach dem Aufsprung, womit der Flug nicht als neuer Rekord gewertet werden konnte.

Bei den Österreichern überzeugte vor allem der erst 16-jährige Thomas Morgenstern. Mit 205,5 und 215 Metern verbesserte der Kärntner, der erstmals überhaupt in einem Skiflug-Wettbewerb am Start war, gleich zwei Mal seine persönliche Bestweite und legte als Startspringer den Grundstein für einen möglichen Sieg. Doch ausgerechnet Routinier Andreas Widhölzl war nicht verlässlich. Nach einem verpatzten Probedurchgang landete der Schlussspringer der Truppe von Hannu Lepistö auch im ersten Durchgang bei nur 94 Metern quasi am Vorbau, womit die Siegchance der Österreicher frühzeitig vertan war.

"Morgenstern war sehr stark. Er kommt mit jedem Sprung besser in Form", hob Lepistö die Leistung von Morgenstern hervor. Die Jungen hätten sehr gut angefangen, doch dann war es Widhölzl, der die Chance auf mehr verspielte. "Er ist total unsicher, weiß nicht, was er machen soll. Auch der zweite Sprung war an der Grenze", meinte der Finne, dessen Vertrag auch in der kommenden Saison weiterläuft.

Der mögliche Punkterekord im Nationencup - vom Rekord der Japaner aus dem Jahr 1999 (6.201 Zähler) trennt das schon lange als Sieger feststehende ÖSV-Team nur noch 333 Punkte - bedeutet Lepistö nicht so viel. "Es wäre schon gut, aber es ist nicht so wichtig. Die Konkurrenzen sind ja nicht jede Saison gleich", meint er.

Für die beiden Einzelbewerbe am Samstag und Sonntag, bei letzterem sind nur die Top 30 im Weltcup startberechtigt, darf man vor allem auf die Jungen bauen. Hinter dem Leistungspotenzial von Widhölzl steht ein Fragezeichen. Er und auch Florian Liegl sind von der langen Saison schon recht ausgelaugt, bestätigt auch Lepistö. Gespannt sein darf man auch auf die Auftritte von Adam Malysz, der ja am Freitag in Ermangelung konkurrenzfähiger Teamkollegen nicht am Start war. Für den kleinen Polen geht es ja um den Hattrick im Gesamt-Weltcup - ein Kunststück, das bisher niemandem gelungen ist.

Teambewerb im Skifliegen
1.Finnland (Veli-Matti Lindström/Janne Ahonen/Tami Kiuru/Matti Hautamäki)1.656,7
2.Norwegen (Henning Stensrud/Björn-Einar Romören/Roar Ljökelsöy/Tommy Ingebrigtsen)1.631,4
3.Österreich (Thomas Morgenstern/Stefan Thurnbichler/Florian Liegl/Andreas Widhölzl)1.394,5
4.Deutschland1.336,3
5.Slowenien1323
6.Japan1120,9
7.Tschechien814,5
8.Italien706,5

Nationencup
1.Österreich5.868
2.Finnland3.342
3.Norwegen3.166
4.Deutschland2.880
5.Slowenien2.238
6.Japan1.687
7.Polen1.478
8.Tschechien316
9.Italien264
10.Schweiz205

21.3.2003 10:52