Dienstag, 18. März 2003

Doping-Kontrolleur sollte ausgetrickst werden

  • Trinkflasche mit Urin vom Teamchef

Dem zweitklassigen italienischen Rad-Team "Formaggi Pinzolo" drohen Sanktionen, nachdem Massimiliano Mori und sein Sportlicher Leiter, Gabriele Di Francesco, während der Fernfahrt Tirreno-Adriatico bei einem Betrugsversuch erwischt worden sind. Sie hatten versucht, einen Doping-Kontrolleur des Internationalen Radsportverbandes (UCI) mit einer manipulierten Urinprobe auzutricksen. Der Urin, der vom Teamchef stammte, sollte nach Informationen des Internetanbieters "Radsport-News" aus einer Trinkflache ins Kontrollröhrchen geschüttet werden.

Mori, Sohn des Tour-Etappensiegers und Tour de Suisse-Dritten von 1971, Primo Mori, war am Sonntag vor der (später abgesagten) vierten Etappe bei den obligatorischen, unangekündigten Bluttests mit einem erhöhten Hämatokritwert aufgefallen. Nach dem Standard-Prozedere wird ein Rennfahrer in einem solchen Fall zu einer Urinprobe herangezogen, die dann im Labor auf das Blut-Doping-Mittel EPO untersucht wird.

Di Francesco behauptete, es habe sich um eine "fürchterliche Verkettung unglücklicher Umstände" gehandelt. Die UCI-Inspekteure seien fälschlich davon ausgegangen, dass Mori betrügen wollte. Der Teamchef hätte urologische Probleme und wollte die im Bad des Mori-Hotelzimmers gefundene, gefüllte Trinkflasche zur Analyse in ein Labor bringen.

18.3.2003 15:31