Küberl: "Demokratie lässt sich nicht herbei bomben"
- "Gezielt wird auf einen Diktator, getroffen wird ein Volk"
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Irak-Krieg: Recht des Stärkeren
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Einen eindringlichen Appell, sich mit dem Irak-Krieg "nicht abzufinden", hat Österreichs Caritas-Präsident Franz Küberl bei einem ökumenischen Friedensgebet in der Wiener Michaelerkirche formuliert. An dem Gebet beteiligten sich Christen aller Konfessionen. Der Krieg im Irak sei auch "ein Krieg gegen das leider zu schwache Völkerrecht", kritisierte Küberl die militärischen Angriffe der USA und ihrer Verbündeten.
Die Demokratie lässt sich nicht herbei bomben", sagte der Caritas-Präsident. Dazu brauche es das Recht des "zivil und legitim Stärkeren" und den Sinn für "wahrhaftige Menschlichkeit" auch in der Politik. Immer gehe es um "Friede und Gerechtigkeit", denn Unrechtsstrukturen seien die Urquelle von Gewalt. Vorausschauende Friedensarbeit müsse hier ansetzen. Hinter kriegerischen Auseinandersetzungen stünden dagegen immer auch "handfeste Interessen" und weniger jene viel postulierten Werte, die es zu verteidigen gelte. Er rief um so mehr zum Gebet dafür auf, dass "das Kampffeld umgehend gegen den Verhandlungstisch getauscht wird".
Schönborn warnt vor "Flächenbrand"
Küberl verwies auf die Worte Kardinal Schönborns, der vor der Gefahr eines "Flächenbrandes" gewarnt hatte. Jeder Krieg bringe für das Land, seine Nachbarn und in diesem Fall für die ganze Welt extreme Unsicherheit. Küberl: "An die explosive Situation des Nahen Ostens wird eine Lunte gelegt: Krieg löst nichts, er löscht alles aus". Er rief deshalb dazu auf, sich angesichts des Irak-Kriegs nicht "weg zu drehen". Man müsse jene in das Denken und Handeln aufzunehmen, die der Krieg am meisten trifft: Kinder, Frauen, alte Menschen und Kranke, "die fliehen oder gar nicht mehr fliehen können". Diese Menschen müssten für Fehler bezahlen, die sie nicht verursacht haben. Küberl wörtlich: "Gezielt wird auf einen Diktator, getroffen wird ein Volk".
Krieg nicht hinnehmen
Der Krieg dürfe nicht als "Naturkatastrophe" hingenommen werden. Wie alle Kriege sei auch dieser Krieg "hausgemacht". Als Christ müsse man an der "Utopie" eines Lebens gegen die Gewalt und für Gerechtigkeit und Frieden festhalten. Die Welt könnte ganz anders aussehen, würden "nur ähnliche Ressourcen an Wissen, Forschung und Personaleinsatz für friedliche Konfliktlösungsszenarien und für die Friedenssicherung eingesetzt werden wie für militärische Aufrüstung und militärische Optionen".
Küberl gegen Resignation
Derzeit scheine es, als könnte man die Bomben noch nicht aufhalten. "Doch wir können in jedem Augenblick viel tun", wandte sich Küberl gegen die Resignation: "Wir können Beten und Fasten und nicht aufhören, für den Frieden zu sprechen und uns für Gewaltlosigkeit einzusetzen". Man könne auch helfen und den flüchtenden Menschen Zuflucht geben. Und man könne sich selbst "versprechen, tatkräftig für eine bessere Welt einzustehen", sagte Küberl.
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